Gibt den Ton an: Zu Robeats Rythmen wird Shorty (hinten)am Samstag klettern Foto: Leif Piechowski

Beim Wettkampf „Adidas Rockstars“ treten die besten Kletterer der Welt gegeneinander an, begleitet werden sie dabei von Live-Musik. Kletterer Thomas Tauporn hört eigentlich gern AC/DC – auf die Rhythmen von Beatboxer „Robeat“ freut er sich trotzdem schon.

Stuttgart - Beim Wettkampf „Adidas Rockstars“ treten die besten Kletterer der Welt gegeneinander an, begleitet werden sie dabei von Live-Musik. Kletterer Thomas Tauporn hört eigentlich gern AC/DC – auf die Rhythmen von Beatboxer „Robeat“ freut er sich trotzdem schon.

Wie hört sich ein Beatboxer an? Hier haben wir eine Hörprobe für Sie:

Herr Wolf, Sie sind professioneller „Beatboxer“ – wie viel Geräusche können Sie eigentlich machen?
Robeat: Etwa 300. Es sind viele Nuancen, aber es kommen immer Geräusche dazu. In erster Linie konzentriere ich mich auf Rhythmus. Es ist mir übrigens lieber, wenn ich geduzt werde.
Thomas: Mir auch.
Ok, Robert, kannst du vielleicht kurz noch erklären, was „Beatboxen“ überhaupt ist?
Robert: Für mich ist das Mundakrobatik. Denn ich versuche Lieder oder Geräusche nachzumachen – und das alles mit dem Hals, mit der Stimme, mit dem Körper. Seit den 70er Jahren gibt es diese Technik, früher vor allem im Hip Hop. Heute gibt es Beatboxen aber in allen Musikrichtungen.
Du, Robert, gibst ja auch Beatbox-Stunden – hast du, Thomas, das bei ihm auch schon mal ausprobiert?
Thomas: Ich musste. Bei der ersten Pressekonferenz hat er mich kalt erwischt. Er hat mir das Mikro in die Hand gedrückt.
Und wie funktioniert das dann? Brummt man einfach rhythmisch in das Mikrofon?
Thomas: Nein. Pizzakatze war das Übungswort. Wenn man das mehrfach schnell hintereinander ausspricht und das „P“, „k“ und das „tz“ betont, entsteht ein Rhythmus.
Robert: Das ist dann Beatboxen.
Ihr beide kennt euch über eine Veranstaltung, bei der ihr gemeinsam auftretet...
Thomas: Ja, über Adidas-Rockstars, einen Kletterwettkampf. Ich klettere dort, er macht die Musik dazu. Es ist kein reines Sportevent und kein reines Konzert.
Findet ihr Musik und Sport passen zusammen?
Thomas: Auf jeden Fall! Musik spielt beim Klettern eine große Rolle. Das ist Motivation pur. Musik kann das Event steuern, das Publikum kitzeln.
Robert: Die Musik schafft die Atmosphäre für Zuschauer und Athleten. Für die Musiker ist es eine Art Inspiration, wenn sie die Athleten klettern sehen. Beatboxen ist auch ein Sport. Wir sind mit dem Mund akrobatisch . Die Athleten sind mit dem Körper akrobatisch. Das passt gut zusammen.
Ihr seid beide sehr erfolgreich – gibt es einen Preis, der euch am meisten bedeutet?
Robert: Ja. Dieses Jahr war die Europameisterschaft. Das war die allererste offizielle Europameisterschaft im Beatboxen überhaupt und da hab ich den ersten Platz gewonnen.
Thomas: Jugendweltmeister zu werden war schon super. Ich finde die Platzierung an sich aber nicht entscheidend. Eher das Event an sich. Wettkämpfe können einen über Jahre hinweg motivieren. Bei einem Wettkampf habe ich beim Klettern mal über Kopfhörer Musik gehört. Die Lautstärke war auf Anschlag. Trotzdem habe ich nichts gehört – so laut war das in der Halle.

Dein Durchbruch, Robert, war der Auftritt in der RTL-Show „Das Supertalent“ – wie hast du die Zeit dort erlebt?

Robert: Als lehrreich. Fernsehen ist noch mal ganz anders als eine Veranstaltung oder ein Live-Auftritt. Es ist ein knallhartes Geschäft.
Warum?
Robert: Weil total egal ist, wer du bist, oder was du machst. Auch wenn’s hart klingt, wenn du ne Leidensgeschichte hast und sie mit dir Geld machen können bist du interessant und mehr ist es nicht...
Welche Rolle spielt Talent überhaupt bei dem, was ihr macht?
Thomas: Klettern ist eine Frage des Fleißes. Ich bin eigentlich total unsportlich, hatte in der Schule immer eine drei oder schlechter.
Robert: Ich sage: Talent ist gut, hartes Training ist besser.
Thomas: Ja. Wenn man das verbindet, ist man ganz vorne.
 

Shorty klettert am 13. und 14. September in der Porsche-Arena. Robeat tritt am Samstag um 22 Uhr 15 auf. Einlass ist jeweils um 11 Uhr bei freiem Eintritt, die Plätze sind aber begrenzt.

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