Meist sind Baustellen der Grund für die Staus gewesen. Foto: /SDMG/Dettenmeyer

Die Corona-Pandemie hat auch bei vielen Menschen in Baden-Württemberg die Reiselust gedämpft. Wie hat sich das auf den Straßen ausgewirkt? Der ADAC kommt zu einer überraschenden Erkenntnis.

Stuttgart - In diesen Sommerferien hat der ADAC überraschend mehr Staus auf den baden-württembergischen Autobahnen gezählt als im Vorjahr. Vor allem gegen Ende der Sommerferien habe der Verkehr zugenommen, heißt es in einer Mitteilung des ADAC in Stuttgart. Insgesamt habe es eine Zunahme um rund fünf Prozent gegeben. Das Ergebnis widerspreche demnach dem Bundestrend. In ganz Deutschland hielt sich das Verkehrsaufkommen in diesem Sommer eher in Grenzen.

Während der baden-württembergischen Sommerferien vom 30. Juli bis zum 13. September habe man insgesamt 3900 Staus gezählt. Das seien rund 200 mehr als im Vorjahr gewesen, so die Statistiker des Verkehrsklubs. „Wer sich trotz Corona zu einer Urlaubsreise entschied, wählte meist das eigene Auto oder Wohnmobil“, sagte Holger Bach, Abteilungsleiter Verkehr und Umwelt beim ADAC Württemberg.

Viele Tagesausflügler unterwegs

Zusätzlich zu den Urlaubsheimkehrern seien aufgrund des schönen spätsommerlichen Wetters noch viele Wochenend- und Tagesausflügler auf den Straßen unterwegs gewesen. Allein am letzten Ferienwochenende vom 11. bis zum 13. September wurden demnach 642 Staus gezählt. Das waren 29 Prozent mehr als 2019. Baden-Württemberg beendete in diesem Jahr als letztes Bundesland die Feriensaison.

Der längste Ferienstau hatte sich allerdings gleich zu Urlaubsbeginn am 30. Juli ereignet. An diesem Freitag staute sich der Verkehr auf der A7 zwischen Aalen/Oberkochen und Dinkelsbühl/Fichtenau auf 19 Kilometer. Grund dürften die Bauarbeiten am Virngrundtunnel gewesen sein. Allerdings seien längere Staus eher die Ausnahme gewesen. So summierte sich die Gesamtlänge an den sieben Ferienwochenenden im Land in diesem Jahr auf 8300 Kilometer, im Vorjahr waren es noch 10 200 Kilometer gewesen. Offenbar habe die Intensität der Urlauberströme im Coronasommer doch abgenommen, vermutet der ADAC.

Staubilanz durch Livedaten

Die Zahl der Staus, ihre Längen und die Dauer berechnet der ADAC nach eigenen Angaben aus Positions- und Geschwindigkeitsinformationen, die ihm direkt aus den Fahrzeugen über Online-Navigationsgeräte und Smartphone-Apps mit der Funktion „Staudaten übertragen“ ständig anonymisiert und automatisiert gesendet werden. Aus diesen Live-Daten ergebe sich – bezogen aufs Autobahnnetz – die Verkehrslage in Deutschland.

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