Mit Kind und Kegel auf zur Radtour. Wie man das Fahrrad nutzt, entscheidet darüber, ob Anhänger oder Kindersitz die bessere Alternative ist. Foto: Shutterstock/FamVeld

Solange Kinder noch nicht selbst Radfahren können, fahren sie bequem im Fahrradanhänger oder im Fahrradsitz mit. Doch welches System hat welche Vor- und Nachteile? Der ADAC gibt Tipps, worauf vor dem Kauf geachtet werden sollte.

Eltern, die ihre Kleinen mit dem Rad mitnehmen wollen, müssen entscheiden, welches System am besten zu den Anforderungen ihres Alltags passt. Im Wesentlichen gibt es vier Systeme: Kindersitze, Fahrradanhänger, sogenannte Nachziehräder und Lastenräder. Doch am beliebtesten und meist gekauft sind Fahrradanhänger und Kindersitze. Und die Entscheidung zwischen diesen beiden Systemen fällt vielen schwer. Eine Auflistung der Vor- und Nachteile, Hänger versus Sitz, hilft vielleicht weiter.

Sperrige Anhänger - wacklige Kindersitze

Das Radfahren mit Anhänger kann auf engen Fahrradwegen, bei Gegenverkehr oder beim Rangieren wegen der Breite des Gespanns schwierig werden. Eltern, die sich für einen Kindersitz entscheiden, müssen sich dagegen mehr auf die eigene Balance konzentrieren – das gilt besonders, wenn hinten ein agiles Mini-me sitzt. Auch können hier Spurwechsel oder enge Kurven wackelig werden, vor allem beim Anfahren und bei langsamer Fahrt. In jedem Fall aber gilt: Kinder sollten immer einen Fahrradhelm tragen und angegurtet sein. Und gegenseitige Rücksichtnahme im Straßenverkehr ist – egal für welches System man sich entscheidet – ein Muss. Außerdem muss der Fahrende, der Kinder auf dem Rad mitnimmt, mindestens 16 Jahre alt sein.

Fahrradanhänger für Kinder

Die Vorteile

  • Ideal für längere Fahrten
  • Oft passen zwei Kinder in den Anhänger
  • Zudem können Eltern gut zusätzlich Gepäck, Proviant oder Spielzeug unterbringen
  • Kinder sitzen entspannt, können spielen und auch schlafen
  • Verletzungsrisiko bei Unfällen ist geringer als beim Kindersitz – aufgrund geringerer Fallhöhe
  • Das Kind ist vor Wind und Regen geschützt

Die Nachteile

  • Fahren auf Radwegen ist wegen der Breite nicht optimal
  • Handhabung beim Bremsen und Rangieren ist gewöhnungsbedürftig
  • Nicht jeder Fahrradanhänger bzw. jede Anhängerkupplung passt an jedes Fahrrad
  • Nicht überall kann ein Rad mit Anhänger abgestellt werden
  • Der Anhänger braucht einen separaten Abstellplatz, wenn er nicht genutzt wird
  • Teurer als der Fahrradsitz

Fahrradsitz für Kinder

Die Vorteile

  • Hinterradsitze werden sicherer eingestuft als Sitze, die vor dem Lenker angebracht werden
  • Verstellbare Gurtsysteme und Fußhalterungen ermöglichen Größenanpassung
  • Schnell und leicht zu montieren
  • Problemloser Fahrrad-Wechsel des Sitzes
  • Für den täglichen Gebrauch sehr praktisch
  • Für Kurzstrecken innerorts gut geeignet
  • Je leichter das Kind, desto sinnvoller der Einsatz eines Fahrradsitzes
  • Der Nachwuchs ist den Eltern näher als im Anhänger
  • Kostengünstiger als der Fahrradanhänger

Die Nachteile

  • Erst nutzbar, wenn das Kind sicher aufrecht sitzen kann
  • Für Kinder wird es schnell unbequem, da die Sitzposition nicht verändert werden kann
  • Die Mitnahme von zusätzlichem Gepäck ist schwer möglich
  • Für lange Radtouren eher ungeeignet
  • Kein Schutz vor Regen und Wind
  • Höhere Verletzungsgefahr durch höhere Fallhöhe bei Unfall
  • Umsturzgefahr des Rads beim Sichern des Kindes im Fahrradsitz sowie beim Auf- und Absteigen

Welches System ist sicherer?

Für die meisten Einsätze ist der Fahrradanhänger die sicherere Transportvariante. Der Fahrradsitz für Kinder eignet sich besonders für Alltagsfahrten aufgrund seiner einfachen Handhabung – in punkto Sicherheit kommt er aber nicht an den Fahrradanhänger heran. Weiterhin spielt das Können des Radfahrenden eine wichtige Rolle – ebenso wie die korrekte Bedienung, der Einsatzort sowie der technische Zustand des Fahrrads.

Erst testen, dann kaufen

Beim Radfahren mit Fahrradanhänger oder Kindersitz unbedingt die veränderten Fahreigenschaften ohne Kinder testen, bevor man sich für ein System entscheidet.

Wichtig: Vor dem Kauf eines Fahrradanhängers unbedingt auch prüfen, wie viel zulässiges Gesamtgewicht laut Herstellerangaben das Fahrrad ziehen darf. Sonst kann es bei zu viel Gewicht zu einem Rahmenbruch am Fahrrad kommen. Denn nicht jedes Fahrrad ist für einen Fahrradanhänger geeignet. Zudem kann auch nicht jede Anhängerkupplung an jedes Fahrrad montiert werden. Eine Beratung im Fachhandel ist damit unverzichtbar.

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