Emilia Clarke („Game Of Thrones“) als Sarah Connor im neuen „Terminator“-Film Foto: Paramount

Das Actiongenre tut sich immer noch schwer mit starken Frauen. Diese dürfen inzwischen zwar im Kino, Fernsehen und in Videospielen herumballern und sich prügeln, müssen dabei aber stets verdammt verführerisch sein.

Stuttgart – Seit sich Sigourney Weaver vor 36 Jahren in „Alien“ schwer bewaffnet als Astronautin Ripley einem außerirdischen Monster in Weg stellte, ist Action keine Männersache mehr. Die starken Frauen, die seither ins Action-, Science-Fiction- und Fantasygenre drängen, sind aber oft viel braver, als man zunächst denkt.

Es genügt ein Spaziergang durch die Kölner Messhallen, in denen derzeit die Spieleschau ­GamesCom stattfindet. Dort begegnet man zwar unzähligen Models, die sich als toughe Kämpferinnen verkleidet haben. Doch deren enge, mit Stoff geizenden Kostüme machen kein Geheimnis daraus, dass sie vor allem als Schauobjekt für die immer noch meistens männlichen Spielekonsumenten engagiert wurden.

Das könnte sich jetzt mit einer wieder einmal rundumerneuerten Lara Croft ändern Das ­nächste „Tomb Raider“-Spiel erscheint im November, für den „Tom Raider“-Film, der 2017 ins Kinos kommen soll, wird noch nach einer Nachfolgerin von Angelina Jolie gesucht.

Aber auch sonst, gibt es derzeit einige vielversprechende Actionfrauen, die stereotype Rollenklischees wunderbar durcheinander bringen. Hier eine kleine Übersicht:

Lara Croft

Sie hat als toughe Antwort auf Indiana Jones 1994 im Alleingang Videospiele zum Massenphänomen gemacht. Die Archäologin, Abenteurerin und Weltreisende, die einst nicht mehr als eine Polygon gewordene Männerfantasie war, hat sich 21 Jahre später in einen wunderbar vielschichtigen Charakter verwandelt. (gun)

Rise Of The Tomb Raider erscheint im November 2015 für Xbox

Sarah Connor

Vom Opfer zur Heldin: In „Terminator“ (1984) eine harmlose Kellnerin, gelang der zerbrechlich wirkenden Linda Hamilton in „Terminator 2“ (1991) die Wandlung zur Kriegerin. Nun hat die 1,57 Meter große Emilia Clarke („Game OF Thrones“) übernommen und entfaltet eine derartige Aura, dass sich der 1,88 Meter große Arnold Schwarzenegger ganz selbstverständlich unterordnet.(ha)

Terminator 5 läuft seit 9. Juli im Kino

Ilsa Faust

So eine Doppelagentin sieht man selten: Artistisch und charakterfest beeindruckt Rebecca Ferguson nicht nur übermächtige männliche Gegner, sondern sogar Tom Cruise. (ha)

„Mission Impossible – Rogue Nation“ läuft seit Donnerstag im Kino

Kara Zor-El

Kara Zor-El stammt vom Planeten Krypton, ist Supermans Cousine und wie er auf der Erde gelandet. Zuerst traut sie sich aber nicht, ihre Superkräfte zu zeigen. Melissa Benoist („Glee“) sieht niedlich aus, kann aber ganz schön austeilen. Weil der DC-Comicverlag weiß, wie man Fernsehen macht („Flash“, Gotham“, „Arrow“) sind die Erwartungen an die erste Superheldinnen-Serie groß, (gun)

Supergirl US-Start der TV-Serie im Oktober

Katniss Everdeen

Okay, die Heldin der Science-Fiction-Saga „Die Tribute von Panem“ wird von Film zu Film immer harmloser. Doch die wahre Superheldin ist sowieso nicht die Hauptfigur aus Suzanne Collins’ Romantrilogie, sondern die Schauspielerin Jennifer Lawrence, die sich als Katniss verkleidet hat, und auch als Mystique in den „X-Men“-Filmen sensationell wild und widerspenstig ist. (gun)

Die Tribute von Panem: Mockingjay 2 im November im Kino

Susan Storm

Sind Beruf und Familie miteinander vereinbar? Seit 1961 stellt sich Susan Storm Tag für Tag diese Frage. Die Marvel-Comics reduzieren das Mitglied der Fantasic Four zwar gerne auf die Mutterrolle. Kate Mara („House Of Cards“), die jetzt The Invisible Woman spielt, wird da etwas dagegen haben. (gun)

Fantastic Four kommt am Donnerstag ins Kino

Top Five der Superfrauen

Die Kulturredaktion der Stuttgarter Nachrichten kürt ihre Top-Five der coolsten Superfrauen:

5. Die Braut in „Kill Bill“ (2003)

4. Else Kling in „Lindenstraße“ (1985–2006)

3. Madonna auf „Like A Virgin“ (1984)

2. Buffy Summers in „Buffy – Im Bann der Dämonen“ (1997–2003)

1. Pippi Langstrumpf in „Pippi Langstrumpf“ (1945)

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