Mit Werkzeugen haben die mutmaßlichen Täter reihenweise Fenster und Türen in diversen Gebäuden aufgehebelt. (Symbolbild) Foto: dpa

Ermittler sind in Esslingen einer Bande von acht Tätern im Alter von 16 bis 19 Jahren auf die Spur gekommen. Mindestens 37 Mal sollen sie in Schulen, Gaststätten und Firmen eingestiegen sein. Allein der Sachschaden wird mit rund 70 000 Euro beziffert.

Esslingen - Der Polizei ist es gelungen, einer Bande das Handwerk zu legen, die seit dem November 2017 allein in Esslingen mehr als 30 Einbrüche verübt haben soll. Laut einer Mitteilung der Staatsanwaltschaft Stuttgart sind sechs Jugendliche im Alter von 16 und 17 Jahren sowie zwei 18- und 19-Jährige aus Esslingen dringend verdächtig, Schulen, Gaststätten, Handwerksbetriebe und Gärtnereien heimgesucht zu haben, um an Bargeld zu gelangen. Die Tatverdächtigen – die meisten von ihnen waren bisher polizeilich noch nicht in Erscheinung getreten – sind laut der Mitteilung überwiegend geständig. Aufgrund ihres jugendlichen Alters sitzen die mutmaßlichen Einbrecher nicht in Untersuchungshaft, sondern befinden sich bis zu einem zu erwartenden Gerichtsverfahren auf freiem Fuß.

Einer der Täter hat „ausgepackt“

Kommissar Zufall hat die Polizei letztlich auf die Spur der Einbrecher geführt. Einer der Verdächtigen war am 6. Juli vergangenen Jahres bei einem Einbruch in ein Blumengeschäft in Remshalden (Rems-Murr-Kreis) auf frischer Tat ertappt worden. Im Rahmen seiner Vernehmung habe dieser schließlich „ausgepackt, wodurch die ganze Sache ins Rollen kam“, sagt Christian Wörner, ein Sprecher des Polizeipräsidiums Reutlingen. So habe sich herausgestellt, dass der mutmaßliche Täter Mitglied einer auf Einbrüche spezialisierten Bande ist. Er habe beispielsweise eingeräumt, mit Komplizen mehrfach in die Mensa des Esslinger Schelztorgymnasiums eingestiegen zu sein. Auch ein Einbruch in die Esslinger Grundschule St. Bernhardt gehe auf das Konto der Gruppe.

Die Polizei muss sich bei der Beweisführung eigenem Bekunden nach nicht allein auf die Aussagen der mutmaßlichen Täter verlassen. So seien die Ermittler bei der Durchsuchung von Wohnungen der Bandenmitglieder auf Diebesgut aus diversen Einbrüchen gestoßen. Zudem hätten die Abgleiche mit den an den Tatorten gesicherten Spuren wie Fingerabdrücke und DNA-Antragungen Treffer ergeben.

Die sechs Jugendlichen und zwei jungen Männer waren in wechselnden Besetzungen auf ihre Diebestouren gegangen. Sie schlugen Fenster ein oder hebelten Türen auf, um in die Objekte zu gelangen. Dabei richteten sie einen Sachschaden in Höhe von mindestens 70 000 Euro an. In den Gebäuden stemmten sie verschlossene Schränke, Kassetten oder Schubladen mit „brachialer Gewalt“ auf, wie es in der Mitteilung heißt. Bei ihren Taten hätten sie es vornehmlich auf Bargeld und Süßigkeiten abgesehen gehabt. Der Wert der Beute summiere sich auf rund 31 000 Euro. In den verschiedenen Schulen, in die die Serientäter einstiegen, hatten sie es bevorzugt auf die Mensen abgesehen.

Weitere Taten, weitere Täter?

Nach der Aussage des in Remshalden ertappten Einbrechers hatte die Polizei eine sechsköpfige Ermittlungsgruppe eingesetzt, um die Täter zu identifizieren. Laut der Staatsanwaltschaft ist den Fahndern ein „herausragender Ermittlungserfolg bei der Bekämpfung der Eigentumskriminalität“ gelungen. Bisher seien durch die Arbeit der Beamten 37 Einbrüche aufgeklärt worden. Laut der Staatsanwaltschaft Stuttgart könnten weitere hinzukommen. Zurzeit werde geprüft, ob die acht Tatverdächtigen für weitere Taten im Raum Esslingen verantwortlich seien. Zudem werde ermittelt, ob möglicherweise weitere Täter an den Einbrüchen beteiligt waren.

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