AC/DC-Schlagzeuger Phil Rudd muss sich im neuseeländischen Tauranga wegen Morddrohungen und Drogenbesitzes verantworten Foto: epa

Phil Rudd, Schlagzeuger der australischen Band AC/DC, droht eine lange Haftstrafe, weil er ehemalige Mitarbeiter mit dem Tod bedrohte.

Tauranga - Phil Rudd hat schon schlimmer ausgesehen. Zum Beispiel Ende November, als der AC/DC-Schlagzeuger barfuß vor Gericht erschien. Als er am Dienstag im neuseeländischen Tauranga erneut vor Gericht stand, präsentierte sich der 60-Jährige allerdings von seiner besten Seite – und bekannte sich schuldig,Morddrohungen ausgesprochen und Drogen besessen zu haben.

Vor einem halben Jahr hatte Rudd noch sämtliche Vorwürfe bestritten. Das Urteil soll am 26. Juni gesprochen werden. Bis dahin bleibt Rudd gegen Kaution auf freiem Fuß. Ihm drohen im Falle einer Verurteilung sieben Jahre Haft für die Morddrohung sowie neun Monate für den Besitz von Cannabis und Crystal Meth.

Die Drogen wurden in Rudds Haus gefunden, als die Polizei seine Villa in ­Matua, einem vornehmen Stadtteil von Tauranga, durchkämmte. Dennoch ist Craig Tuck, der neue Anwalt des Schlagzeugers, zuversichtlich, bei der Urteilsfindung einen Freispruch für seinen Klienten zu erreichen. „Schon im November wurde ein Anklagepunkt fallen gelassen und heute ein weiterer“, sagte er und spielte die Morddrohung herunter: „Die basiert lediglich auf einem wütenden Anruf.“

„Ich bringe dich um, verfluchter Mistkerl“

Die Staatsanwältin berichtete jedoch, dass Rudd ziemlich viel telefoniert hatte. Das Opfer, einen ehemaligen Angestellten, habe er Ende September innerhalb von vier Tagen dreimal angerufen und mit dem Tod bedroht. „Ich komme vorbei und bringe dich um, du verfluchter Mistkerl“, soll er angekündigt haben.

Zuvor hatte der Musiker einen Bekannten angerufen und ihm gesagt, der frühere Angestellte müsse „aus dem Verkehr gezogen werden“. In einem weiteren Anruf bot er demselben Mann 142 000 Euro, ein Motorrad, eines seiner Autos oder ein Haus an. Dies deutete der Mann als „Bezahlung für das vorangegangene Ansinnen“.

Grund für Rudds Wut war der Flop seines im vergangenen August veröffentlichten ersten Soloalbums „Head Job“. Als Folge hatte er mehrere Angestellte gefeuert – inklusive seines Opfers, auf das er „ganz besonders wütend“ gewesen sei. Der Mann fürchtete schließlich um sein Leben und ging zur Polizei.

Neun Beamte, ein Hund und die Medien

Die zog laut Anwalt Craig Tuck alle Register. Der „ganze Polizeiapparat“ sei zu Rudds Haus am Harbour Drive geströmt, klagte Tuck. „Neun Beamte, ein Hund und die Medien sind aufgetaucht, das Haus wurde auf den Kopf gestellt, und als Folge haben sie ihn angeschuldigt, einen Auftragskiller bestellt zu haben.“ Dieser Vorwurf wurde bereits am Tag nach der Razzia und Rudds Festnahme zurückgezogen.

Auch eine Morddrohung, die Rudd angeblich während eines Streits mit Prostituierten und Zuhältern ausgestoßen haben soll, wurde am Dienstag zu den Akten gelegt. Ein Kenner der Szene hatte in einem Interview zuvor erklärt, Rudd gebe so viel Geld für „Begleitung“ aus, wie andere Leute im ganzen Jahr verdienen, er sei „der Hugh Hefner von Tauranga“.