Wohin mit dem Ball? Andreas Beck scheint sich diese Frage gerade zu stellen. Foto: Baumann

Der VfB Stuttgart marschiert nach dem 1:1 gegen den 1. FC Nürnberg immer deutlicher in Richtung Relegation. Abwehrspieler Andreas Beck wäre damit wohl schon zufrieden.

Stuttgart - Das 1:1 des VfB Stuttgart gegen den 1. FC Nürnberg im Kellerduell der Bundesliga ist aus Stuttgarter Sicht nicht Fisch und nicht Fleisch gewesen. Zu wenig zum Leben und zu viel zum Sterben – so lautete das Fazit eines Fans. Für den VfB-Abwehrspieler Andreas Beck war es vor allem zu wenig im Hinblick auf den Abstiegskampf und das aktuelle Befinden innerhalb des Teams. „Wir hatten in den letzten Wochen in der Mannschaft einen gewissen Drive, eine gewisse Galligkeit und Griffigkeit, aber das alles war in der ersten Halbzeit nicht gegeben. Wir waren zu passiv – und das muss angesprochen werden“, sagte Beck am Sonntagabend in der Sendung „Sport im Dritten“.

Zu schwarz wollte der routinierte Außenverteidiger der Stuttgarter dennoch nicht sehen. „Wir haben einen Punkt gut gemacht“, meinte er, das dürfe man nicht vergessen, obwohl die Mannschaft gegen einen Gegner wie Nürnberg natürlich mit mehr gerechnet hatte. „Wir wollten dieses Spiel nicht verlieren, und das haben wir geschafft“, mit diesem Fazit konnte sich Beck am Ende irgendwie arrangieren. Nach diesem Unentschieden ist die Situation für den VfB so, dass es mit hoher Wahrscheinlichkeit in die Relegation geht. „Die Relegation wäre ein Teilerfolg für uns und für die Saison, die wir gespielt haben“, sagte Beck.

Energie und Emotionen

Der Trainer Markus Weinzierl steht für ihn nicht zur Debatte. 16 Punkte aus 22 Spielen sind zwar nicht gerade das, was man als Erfolg bezeichnen könnte – im Gegenteil. Doch erkennt Beck die Mühen des Trainers durchaus an. Es sei nicht leicht, in solch einer Situation einen Club zu übernehmen. „Aber er hat es geschafft, etwas aufzubauen und Energie und Emotionen in die Mannschaft reinzubringen“, bewertete der Abwehrspieler die Arbeit des Trainers positiv. „Auch wenn uns das nicht viele Punkte beschert hat.“

Der millionenschwere Neuzugang Pablo Maffeo wurde derweil aussortiert. „Ich mag Pablo eigentlich, er ist ein feiner Kerl, der aber auch einer, der das Herz auf der Zunge trägt und temperamentvoll ist“, sagt Beck. Sportlich sei Maffeo ein guter Spieler, er werde auch eine Zukunft haben. Aber: „In dieser Situation braucht man aber auch ein bisschen Ruhe“, meinte Beck und spielte damit indirekt darauf an, dass Maffeos Charakter eher für das Gegenteil gesorgt haben könnte. Was seine eigene Zukunft betrifft, weiß Andreas Beck noch nicht, wie es weitergeht – er ist ja immerhin auch schon 32 Jahre alt. Sein Vertrag läuft am Ende der Saison aus. Ende Mai oder im Juni werde es eine Entscheidung darüber geben, wie es weitergeht. „Das hängt auch davon ab, ob wir in der Liga bleiben oder nicht“, sagt Andreas Beck. In wenigen Minuten könnte dann aber bei entsprechenden Verhandlungen schon alles geklärt sein. Ein schnelles Geschäft, der Fußball.

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