Atakan Karazor überzeugt aktuell in seiner „Quarterback“-Rolle, als zentraler Mann in der defensiven Dreierkette. Foto: dpa/Tom Weller

Atakan Karazor findet sich in seiner ungewohnten Rolle als Abwehrspieler immer besser zurecht. Doch schon bald kehren zwei gelernte Innenverteidiger zurück. Was passiert dann?

Stuttgart/Bochum - Dafür, dass die sie eigentlich gar nicht zusammengehören, verstehen sie sich derzeit ziemlich prächtig – Atakan Karazor und die Rolle des Innenverteidigers. „Ich fühle mich pudelwohl“, sagte der eigentliche Mittelfeldspieler, nachdem er beim Sieg des VfB Stuttgart beim VfL Bochum (1:0/Liveticker zum Nachlesen) eine starke Vorstellung im Abwehrzentrum geboten hatte.

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Noch in der Hinrunde war Karazor erst als alleiniger Sechser gesetzt, leistete sich dann aber zu viele Patzer und war erst einmal raus aus der Stammelf. Die Verletzungen von Holger Badstuber und Marc Oliver Kempf haben dann die Not in der VfB-Abwehr vergrößert – und der frühere Kieler nutzte seine neue Chance zuletzt eindrucksvoll. „Als Innenverteidiger habe ich schon früh im Spiel viele Ballkontakte, zudem sprechen wir sehr, sehr viel“, sagte Karazor, „das gibt mir Sicherheit.“ Und dem ganzen Team neue Stabilität, das sich auch Nathaniel Phillips gesteigert hat. Das Duo scheint sich festgespielt zu haben - doch schon bald könnte sich die Konkurrenzsituation wieder verändern.

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Zwar ist eine Rückkehr von Kapitän Marc Oliver Kempf (Kieferbruch) noch nicht absehbar. „Er wird noch mindestens vier weitere Wochen ausfallen“, sagte am Montag der VfB-Sportdirektor Sven Mislintat. Bei Marcin Kaminski (Kreuzbandriss) und Holger Badstuber (Muskelfaserriss) gibt es aber bessere Prognosen.

Kaminski absolvierte auch am Dienstag wieder weite Teile des Mannschaftstrainings mit den Kollegen, Holger Badstuber ist seit dem Wochenende wieder in Stuttgart und könnte in einigen Tagen wieder vollends zu seinen Mitspielern stoßen. Für das Heimspiel am Samstag (13 Uhr, Liveticker) gegen den SSV Jahn Regensburg sind beide noch keine Option, zumindest einer von ihnen könnte es aber bis zum Auswärtsspiel in Fürth schaffen.

„Das sind beides gute Typen“, freut sich Mislintat auf das Comeback der Abwehrspieler und meinte: „Es ist immer besser, die Wahl zu haben, als wenn sich alles von selbst aufstellt. Viel Qualität zu haben, ist nie ein Fehler.“ Der Sportchef freut sich derzeit aber auch „besonders“ für Atakan Karazor.

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Der hatte sein Heimspiel im Bochumer Ruhrstadion, wo er als Jugendlicher einst als Balljunge und VfL-Jugendspieler am Spielfeldrand stand, genossen. Und nicht nur wegen seiner Defensivleistung erheblichen Anteil am Sieg. Vor der Partie teilte er sich – wie immer – das Hotelzimmer mit Siegtorschütze Hamadi Al Ghaddioui und versicherte nach der Partie: „Ich wusste schon vorher, dass er trifft.“ Ein gemeinsames Ritual der beiden – das vorerst ein Geheimnis bleiben soll – sei der Grund.

Freiwillig räumen will Karazor das Feld übrigens nicht, wenn die Abwehrspezialisten zurückkehren. „Jeder will spielen und wir machen es derzeit gut“, sagte er und versprach: „Ich werde weiter hundert Prozent geben.“

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