Kapitän Christian Gentner und der VfB Stuttgart kämpfen gegen den Abstieg. Foto: Pressefoto Baumann

Der Abstiegskampf in der Fußball-Bundesliga spitzt sich zu. Die besten Karten für den Relegationsplatz hat derzeit der VfB Stuttgart. Wir haben gesammelt, was für und was gegen die Schwaben spricht.

Stuttgart - Das letzte Heimspiel ist für den VfB Stuttgart zugleich das wichtigste der ganzen Saison. „Das ist für uns ein extrem wichtiges Spiel. Wir müssen diesen Schritt machen, um die Relegation zu sichern“, sagte Interimstrainer Nico Willig am Donnerstag.

Mit einem Sieg gegen den VfL Wolfsburg am Samstag (15.30 Uhr/Sky) wären die Schwaben alle Sorgen über einen direkten Abstieg aus der Fußball-Bundesliga los - eine Niederlage oder ein Remis dagegen kann je nach Ausgang der anderen Spiele für eine weitere Woche Nervenflattern sorgen. Der dritte Abstieg der Vereinsgeschichte nach 1975 und 2016 könnte dann erst am 34. Spieltag im Duell mit dem FC Schalke 04 abgewendet werden. Wenn überhaupt. Was in der aktuellen Situation für den VfB Stuttgart spricht - und was dagegen.

Gegen den Klassenverbleib des VfB Stuttgart spricht

Der VfB hat beim 1:3 gegen Hertha BSC die positive Energie aus dem Heimsieg gegen Borussia Mönchengladbach nach dem Trainerwechsel hin zu Nico Willig fahrlässig verschenkt. „Was gegen Gladbach gut war, war gegen Hertha durchgehend schlecht“, sagte der Interimscoach. Fünf Punkte Vorsprung auf den 1. FC Nürnberg und sechs Punkte Vorsprung auf Hannover 96 wirken bei noch zwei Spielen komfortabel - aber zwei Niederlagen gegen den VfL Wolfsburg und den FC Schalke 04 sind für diese VfB-Mannschaft alles andere als unrealistisch.

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Für den VfL geht es um die Europapokalplätze, Mitleid vom Relegationsteilnehmer der vergangenen Saison und ihrem Trainer Bruno Labbadia dürfen die Schwaben also nicht erwarten. Zudem sind die Wölfe mit bereits acht Siegen auf fremdem Platz in dieser Saison so auswärtsstark wie noch nie. Auch der FC Schalke 04, vor einem Jahr noch Vizemeister, wird diese Spielzeit mit einer guten Vorstellung vor eigenem Publikum versöhnlich beenden wollen. Zum lange erhofften Endspiel kommt es nicht, S04 kann vom VfB nicht mehr eingeholt werden und geht dementsprechend mit viel weniger Druck in die Partie.

Andreas Beck fehlt wegen seiner Knieverletzung im Saisonendspurt - ohne den von Willig zum „Signalspieler“ ausgerufenen Blondschopf holte der VfB in dieser Runde noch keinen einzigen Punkt.

Für den Klassenverbleib des VfB Stuttgart spricht

Gegen Borussia Mönchengladbach hat die Mannschaft im ersten Spiel von Willig gezeigt, dass sie die elementaren Dinge doch kann - kämpfen, diszipliniert verteidigen, Zweikämpfe provozieren und gewinnen, aus wenigen Chancen ein Tor machen. Im ersten Spiel nach dem 0:6-Debakel beim FC Augsburg holten sich die Profis die Unterstützung aus der Kurve nach und nach zurück. Fünf der sechs Saisonsiege gelang Stuttgart in der Mercedes Benz-Arena und erzielte daheim fast doppelt so viele Tore wie auswärts.

Für Nürnberg und Hannover ist der Druck zudem viel höher. Derzeit sollte der VfB noch ein Spiel gewinnen - die beiden Verfolger dagegen müssen zwingend beide noch ausstehenden Partien für sich entscheiden, ohne wenn und aber. Beide Teams treffen noch auf den SC Freiburg, der bereits gerettet ist und befreit aufspielen kann. Hannover spielt am 34. Spieltag dann gegen Fortuna Düsseldorf. Nürnberg empfängt am Samstag die Borussia aus Mönchengladbach, die punktgleich mit Wolfsburg um den Einzug in den Europapokal kämpft.

„Wir wollen in diesem Wettrennen Dynamik aufnehmen. Wir wollen nicht schauen, dass die anderen stehen bleiben, sondern wir wollen diesen Schritt gehen“, sagte Willig.

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