Junge Menschen, die nach der Mittleren Reife weiter die Schulbank drücken wollen, haben eine große Auswahl an Möglichkeiten. Foto: Shutterstock/ Drazen Zigic

Fachhochschulreife, Abitur oder Ausbildung? Wie geht es nach der Mittleren Reife weiter? Berufskolleg, Wirtschaftsgymnasium oder doch ein Technisches Gymnasium - Welche Schulform ist geeignet? Eine Orientierungshilfe.

Mittlere Reife in der Tasche und was nun? Entscheidend bei der Wahl des weiteren Bildungswegs sind die individuellen Interessen und Neigungen der Absolventen. Die Psychologie bestätigt, dass nachhaltiger Bildungserfolg am besten durch intrinsische Motivation erreicht wird.

In Baden-Württemberg legen vor allem berufliche Schulen großen Wert auf die individuellen Schülerinteressen. Nachweislich eine der besten Methoden für eine erfolgreiche Schulkarriere.

Berufliche Schule bieten viele Möglichkeiten zur Entwicklung von Fähigkeiten und Abschlüssen – von der Fachhochschulreife bis zum Abitur.

Nach der Mittleren Reife: Fachhochschulreife oder Abitur?

Nach dem Abschluss der mittleren Reife stehen verschiedene Schulformen zur Verfügung, an denen entweder die Fachhochschulreife oder das Abitur erlangt werden kann. Mit der Fachhochschulreife stehen Studiengänge an Hochschulen für angewandte Wissenschaften (ehemals Fachhochschulen) offen.

Das Abitur hingegen berechtigt zum Studium an allen Universitäten und Fachhochschulen. Die Ausbildung für das Abitur ist generell breiter angelegt als die für die Fachhochschulreife, daher eröffnet das Abitur den Zugang zu einer Vielzahl von Studienfächern.

Die Fachhochschulreife wiederum ist fachgebunden und inhaltlich etwas enger ausgerichtet. In der Regel erfolgt während der Schulzeit eine Spezialisierung auf eine Fachrichtung. Potenzielle Fachrichtungen können beispielsweise Wirtschaft, Technik oder Sozialwesen sein. Die Fachhochschulreife kann an beruflichen Schulen, wie etwa dem Berufskolleg erworben werden.

Das Abitur kann an folgenden Schulen erreicht werden:

  • Berufliches Gymnasium oder
  • Gymnasium: Dies erfordert nach der Mittleren Reife entweder den Wechsel in die zehnte Klasse einer Einführungsklasse am Gymnasium. Sehr leistungsstarke Schüler und Schülerinnen haben auch die Möglichkeit direkt in die 11. Klasse eines Gymnasiums zu wechseln.

Berufskolleg: Fachhochschulreife mit Praxisnähe erreichen

Nach der Mittleren Reife kann an Berufskollegs die Fachhochschulreife erworben werden. Kreative Köpfe finden ihre Erfüllung etwa in den gestaltenden Berufskollegs.

Hier können sie ihre Kreativität voll entfalten, sei es etwa bei der Entwicklung einer Demenz-App, der Teilnahme an Workshops mit renommierten Unternehmen wie Canon oder der Gestaltung der Schülerzeitung als hochwertiges Magazin.

Eine Auswahl an gestaltendn Berufskollegs in Stuttgart:

Berufskolleg für Grafik-Design

  • Profil: Animation/Motion Design.
  • Abschluss: Staatlich geprüfter Grafikdesigner und Fachhochschulreife
  • Dauer: Drei Jahre

Berufskolleg für Medien-Design/Technische Dokumentation

  • Profil: Film und Video, Animation/Motion Design
  • Abschluss: Staatlich geprüfter technischer Kommunikationsassistent und Fachhochschulreife
  • Dauer: Zwei Jahre

Berufskolleg für Produkt-Design

  • Profil: User Experience Design
  • Abschluss: Staatlich geprüfter Assistent für Produkt-Design und Fachhochschulreife
  • Dauer: Zwei Jahre

Jugendliche, die Interesse daran haben, Sprache und Wirtschaft miteinander zu verknüpfen, finden im Kaufmännischen Berufskolleg eine passende Option. Spannende Exkursionen und eine breite Palette von Profilfächern bereichern den Schulalltag und sorgen dafür, dass individuelle Neigungen entwickelt werden.

Kaufmännisches Berufskolleg für Fremdsprachen

  • Profil: Schauspiel und Tanz, International Business
  • Abschluss: Staatlich geprüfte Wirtschaftsassistentin und Fachhochschulreife
  • Dauer: Zwei Jahre

Kaufmännische Berufskollegs I und II

  • Profil: Sport, Werbung/Social Media/Recht
  • Abschluss: Staatlich geprüfte Wirtschaftsassistentin und Fachhochschulreife
  • Dauer: 2 Jahre

Abitur mit Mehrwert an Beruflichen Schulen

Das Berufliche Gymnasium setzt bereits frühzeitig Schwerpunkte für zukünftige Studiengänge. Durch Profilausrichtungen und Neigungszüge erwerben die Schüler zusätzliche Kenntnisse, die ihnen erste Einblicke in berufliche Bereiche ermöglichen und sie zudem optimal auf das Studium vorbereiten. Viele Absolventen berichten, dass sie durch diesen Vorteil im ersten Studienjahr - im Vergleich zu ihren Kommilitonen von allgemeinbildenden Gymnasien - einen einfacheren Start hatten.

Eine Auswahl an Beruflichen Gymnasien:

Technisches Gymnasium

  • Profil: Gestaltungs- und Medientechnik
  • Abschluss: Allgemeine Hochschulreife (Abitur)
  • Dauer: Drei Jahre

Wirtschaftsgymnasium

  • Abschluss: Allgemeine Hochschulreife (Abitur)
  • Dauer: Drei Jahre

Sozialwissenschaftliches Gymnasium

  • Profil: Soziales
  • Abschluss: Allgemeine Hochschulreife (Abitur)
  • Dauer: Drei Jahre

Private berufliche Schulen: Die Vorteile

Private Berufsschulen legen nach der Mittleren Reife besonderen Wert auf die Förderung individueller Talente durch kleinere Klassen. Sie bieten den Schülerinnen und Schülern ein breites Spektrum an Profilen und Neigungszügen, damit diese ihre eigenen Interessen als Motor auf dem Weg zu einer erfolgreichen beruflichen Zukunft nutzen können.

Info: Weitere Informationen und Artikel zu diesem Thema gibt es in der Themenwelt "Schule und Bildung".