Samu Haber mit Sunrise Avenue 2018 in der Schleyerhalle Foto: Lichtgut/Oliver Willikonsky

Trostpflaster für die vielen Fans der Band Sunrise Avenue: Auf ihrer Abschiedstour kommen die Finnen nun doch auch nach Stuttgart.

Stuttgart - Die vielen Fans hat die Nachricht vergangene Woche kalt erwischt: Die finnische Band Sunrise Avenue um Frontmann Samu Haber löst sich auf. Immerhin, es wird noch eine Abschiedstournee geben – aber auch da haben die ersten Daten Fans im Südwesten nicht glücklich gemacht: Stuttgart war nicht gelistet. Das aber hat sich nun geändert: Am 23. Juni 2020 werden Sunrise Avenue noch einmal – nach derzeitigem Stand: zum letzten mal – die Schleyerhalle bespielen. Bei Eventim gibt es bereits Karten, bei allen anderen Vorverkaufsstellen kann man sich ab Montag, 9. Dezember 2019 einen Platz sichern.

Nah am Takt der Zeit

Dass Stuttgart und doch dabei ist, ist nur folgerichtig: Die Schleyerhalle war beim letzten Auftritt der Band mit 12 500 Besuchern komplett ausverkauft. Unser Kritiker Christoph Hammer schrieb damals: „Ein expliziter Optimismus ist nicht nur die Basiseigenschaft dieser ­Musik, es ist ihre einzige. „You can be the one, you can be the light / You can be a star that shines at night“, schwärmt Haber etwa in „Flag“, und „You are beautiful the way you are“ tröstet er in „Beautiful“, „you are you because you have your scars“ – du bist schön, so wie du bist, und deine Narben ­machen dich zu dem, was du bist: Poesiealbumslyrik für eine vorwiegend weibliche Fangemeinde an der Grenze vom Teenager zum Twen. Auch musikalisch funkt der Sunrise-Avenue-Sound ganz nah am Takt der Zeit, überträgt das Twitter-Prinzip von Simplizität und Komprimierung ins Musikalische.“

Mit anderen Worten: Der Profihörer war selbst nicht unbedingt hingerissen. Aber er hat klar erkannt, dass Sunrise Avenue den Fans ohne Abstriche genau das liefern, was die Fans erwarten. Um so herber für sie, dass die Band nun diese Bilanz gezogen hat: „Und da ist auch das Gefühl, dass wir alles erreicht haben, was möglich war. Jetzt ist es Zeit, tief durchzuatmen und für den nächsten Traum zu leben.“ Mit diesen Worten zumindest hat sie ihr Aus offiziell begründet.

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