Kommissar Hanns von Meuffels (Matthias Brandt) in seinem letzten Fall Foto: BR/Claussen+Putz Filmproduktion GmbH/Christian Schulz

Mit dem "Polizeiruf 110: Tatorte" verabschieden sich Schauspieler Matthias Brandt und sein Kommissar Hanns von Meuffels aus dem Sonntagskrimi. Aber lohnt sich das Einschalten?

Der Berliner Schauspieler Matthias Brandt (57) verabschiedet sich nach mehr als sieben Jahren vom Sonntagskrimi-Publikum. Der erste Krimi mit seinem Münchner Kommissar Hanns von Meuffels lief am 21. August 2011 im Fernsehen. Und am kommenden Sonntag wird mit dem "Polizeiruf 110: Tatorte" (16.12., 20:15 Uhr, das Erste) der letzte ausgestrahlt. Wie der Ermittler Abschied nimmt, wird hier noch nicht verraten, worum es in dem Fall geht und ob sich das Einschalten lohnt, aber natürlich schon.

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Worum geht's im Abschiedskrimi?

Eine Frau wird vor den Augen ihrer Tochter auf einem abgelegenen Parkplatz hingerichtet. Für Nadja (Maryam Zaree), die Kriminalhauptkommissar Hanns von Meuffels (Matthias Brandt) als engagierte Assistentin zur Seite gestellt wird, scheint der Fall offensichtlich: ein Familiendrama um Sex, Erpressung und Sorgerecht.

Doch von Meuffels ist kein Freund voreiliger Theorien. Er sieht zu viele Ungereimtheiten, die keinen Sinn ergeben. Er sucht den Austausch mit Constanze Hermann (Barbara Auer), seiner ehemaligen Kollegin aus Hamburg, die seit einiger Zeit an der Polizeischule in Nürnberg unterrichtet, und ihm schon zweimal bei einer Falllösung zur Seite stand. Mit ihr verbindet von Meuffels eine ambivalente Beziehung, die über die berufliche Ebene hinausgeht. Und so kämpft er in seinem letzten Fall gleich an zwei Fronten.

Lohnt sich das Einschalten?

Auf jeden Fall! Denn Schauspieler Matthias Brandt und sein Kommissar Hanns von Meuffels waren sicherlich eine Bereicherung im Sonntagskrimi-Universum. Und so sollte man sich auch die letzte Ausgabe mit dem zur Melancholie neigenden Ermittler nicht entgehen lassen.

Der Fall ist spannend, über weite Strecken langsam, aber nicht langweilig inszeniert und die Darsteller geben alles. Das gilt selbstverständlich auch für von Meuffels' Ex-Kollegin Anna Burnhauser, gespielt von Anna Maria Sturm (36, "Wackersdorf"), die noch einmal auftaucht. Oder den verdächtigen Familienvater Jochen Fahrenholz, den Kabarettist Stephan Zinner (44, Eberhofer-Krimiverfilmungen) sehr glaubhaft - und gar nicht lustig - verkörpert.

Und wer sich wundert, warum Schauspielerin Maryam Zaree (35) im München-"Polizeiruf" die neue Assistentin des Kommissars wird, obwohl sie doch seit 2015 als Rechtsmedizinerin Nasrin Reza Teil des Berliner "Tatort"-Teams um die Ermittler Rubin (Meret Becker) und Karow (Mark Waschke) ist, muss sich schon bis zum Schluss des Krimis gedulden. Dann wird ziemlich überraschend aufgeklärt.

Viel Drama und Privatleben - und viel zu viele Zigaretten - des Kommissars mischen sich in diesen Krimi. Doch es wird nie zu rührselig. "Polizeiruf 110: Tatorte" ist ein sehr gelungener Abschiedskrimi, bei dem am Ende auch verhältnismäßig klar ist, wie es für den Kommissar weitergeht...

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