Die nächste Abschiedsfeier für die „Kleinsten der Kleinen“ findet am Mittwoch, 15. April, auf dem Pragfriedhof statt. Foto: /dpa

Zweimal im Jahr trauern Eltern gemeinsam um Mädchen und Jungen, die tot zur Welt gekommen sind. Betroffene erleben, dass sie mit einem solch schweren Verlust nicht allein sind.

Sternenkinder sind Kinder, die nicht lebend zur Welt kommen durften, sei es durch eine Fehlgeburt oder durch die Entscheidung zu einem Schwangerschaftsabbruch. Zweimal im Jahr trauern Eltern, Familie und Freunde gemeinsam um diese Mädchen und Jungen.

 

Die nächste Abschiedsfeier für die „Kleinsten der Kleinen“ findet am Mittwoch, 15. April, auf dem Pragfriedhof statt. Dort hat die Stadt Stuttgart eine Gemeinschaftsgrabstätte eingerichtet, wo Kinder unter 500 Gramm zweimal im Jahr anonym im Rahmen einer Urnenbestattung beigesetzt werden.

Die Trauerfeier gestalten evangelische und katholische Klinikseelsorgerinnen und Klinikseelsorger gemeinsam. Dieses Mal übernehmen das Pfarrerin Annette Säuberlich und der katholische Klinikseelsorger Hubertus Busch aus dem Olgahospital Stuttgart. Unabhängig von ihrer Konfession sind alle Eltern, die um ein Sternenkind trauern, sowie deren Angehörige und Freunde eingeladen. „Die Eltern erleben, dass sie mit dem Verlust nicht alleine sind. Die gemeinsame Trauer kann hilfreich sein“, sagt Hubertus Busch.

Jeder kann Anknüpfungspunkte finden

Die Trauerfeier auf dem Pragfriedhof, Friedhofstraße 44, beginnt um 15 Uhr an der großen Treppe vor der Feierhalle. Von dort aus führt der Trauerzug zum Urnengrab. „Wir legen Wert auf eine Trauerfeier, die den Angehörigen und ihrer Trauer Raum gibt und Trost anbietet. Die einzelnen Elemente sind christlich geprägt und gleichzeitig so offen, dass die Eltern und ihre Angehörigen Anknüpfungspunkte finden können, auch wenn sie einer anderen Religion oder keiner Kirche mehr angehören“, sagt Pfarrerin Annette Säuberlich von der evangelischen Krankenhausseelsorge Stuttgart.

Beteiligt an der Trauerfeier sind die Frauenklinik des Klinikums Stuttgart, das Marienhospital, das Robert Bosch Krankenhaus, die St. Anna Klinik und die Rems-Murr-Kliniken Winnenden und Schorndorf. Die Kosten für Grabstätte und Grabpflege übernimmt das städtische Friedhofsamt Stuttgart. Die Eltern zahlen nichts für die Urnenbestattung. Dies bedeutet aber auch, dass eine individuelle Grabgestaltung nicht möglich ist.