Klaus Hillius geht nach 35 Jahren als Diakon in Deizisau in Ruhestand. 30 Jahre lang war er Koordinator der heutigen Hospizgruppe Deizisau und Altbach mit Johanniterstift Plochingen. Foto: Andreas Kaier

Diakon Klaus Hillius verabschiedet sich nach 35 Jahren in Deizisau in den Ruhestand. Wie geht es mit seinen Projekten weiter und was plant er für die Zukunft?

35 Jahre lang war Diakon Klaus Hillius eines der zentralen Gesichter der evangelischen Kirchengemeinde von Deizisau. Am kommenden Sonntag, 14. Dezember, wird der 64-Jährige in den Ruhestand verabschiedet. Um 10 Uhr beginnt der Gottesdienst in der evangelischen Kirche, der wegen des erwarteten großen Besucherandrangs live ins Gemeindehaus übertragen wird. Ab etwa 11 Uhr gibt es dort einen Stehempfang. „Mein Dienstauftrag hat sich über die Zeit hinweg immer wieder verändert“, blickt Hillius auf seine Zeit in Deizisau zurück.

 

Was aber allen Veränderungen zum Trotz gleich geblieben ist, war der Religionsunterricht, den Hillius an der Schule in Deizisau ganzen Generationen von Schülerinnen und Schülern erteilt hat und seine Arbeit als Koordinator der Hospizgruppe Deizisau und Altbach mit Johanniterstift in Plochingen. Bereits im Oktober hat Hillius diese Aufgabe in die Hände seiner Nachfolgerin, der neuen Koordinatorin der Hospizgruppe Nina Lehmann gelegt.

Seniorenarbeit übernehmen mehrere Nachfolger

Zudem hat sich Hillius innerhalb seiner Kirchengemeinde in den vergangenen Jahren um die Seniorenarbeit in Deizisau gekümmert. Federführend organisierte er beispielsweise den ökumenischen Seniorennachmittag mit, kümmerte sich um den Mittagstisch für Senioren, zu dem seit Anfang der 1990er-Jahre jeden Mittwoch mehr als 50 Seniorinnen und Senioren ins evangelische Gemeindehaus kommen. Zukünftig wird dieses Angebot von Reinhold Hebisch organisiert – auf Basis eines Minijobs im Auftrag der evangelischen Kirchengemeinde.

Gefragt, wer sich künftig um all die anderen Dinge kümmere, wird Klaus Hillius nachdenklich. „Alles wird in reduzierter Form weitergehen“, sagt er. Manches werde aber auch wegfallen, unter anderem wahrscheinlich der Tag der Trauer im November. Zudem gibt es künftig nur noch fünf statt bislang zehn Seniorennachmittage im Jahr und das mit einem reduzierten Programm. Stemmen werde das laut Hillius ein neues ehrenamtliches Team, das sich inzwischen gefunden habe. „Ich hoffe, dass das alles gut laufen wird“, sagt er. Seinen Religionsunterricht übernimmt der Schuldekan Christof Salzger, der für die Kirchenbezirke Bernhausen und Esslingen zuständig ist.

Viel Herzblut für die Deizisauer Hospizgruppe

Viel „Herzblut“ steckte Hillius vor allem in die Leitung der Dezisauer Hospizgruppe und damit in seine Arbeit als deren Koordinator, wie er selbst sagt. Als er diese Aufgabe im Jahr 1995 übernahm, war die Gruppe noch ganz jung. Sie hatte sich erst ein paar Monate zuvor unter der Federführung des Deizisauer Hausarztes Rainer Palme und des Pfarrers Günther Balz gegründet. Für ihn sei diese Arbeit, die sich wie ein roter Faden durch das Berufsleben von Klaus Hillius zieht, immer besonders wichtig gewesen. „Da habe ich nie auf die Uhr geschaut“, sagt er. Er habe immer so lange gearbeitet, bis die Arbeit erledigt gewesen sei. Inzwischen sei die Hospizarbeit in Deizisau von einem „kleinen Pflänzchen“ zu einem „großen Baum“ geworden, sagt Hillius nicht ganz ohne Stolz.

Wichtig sei ihm stets auch die von den Krankenkassen nicht finanzierte Trauerarbeit in Deizisau gewesen. „Wir müssen doch auch für die da sein, die um einen lieben Angehörigen trauern“, sagt Hillius. Manche kämen damit alleine klar, viele andere aber nicht. Dass diese Arbeit auch nach seinem Ausscheiden weitergeht, darum kümmert sich künftig Thomas Schönberner vom Team der Trauerbegleitgruppe.

Gefragt, ob ihm nach seiner Pensionierung nicht etwas fehlen werde, muss Hillius lächeln. So verweist er beispielsweise auf seine fünf Enkelkinder, um die er sich künftig mehr kümmern möchte. Zudem habe er viele Hobbys, die er in den vergangenen Jahren habe zurückstellen müssen, beispielsweise die Erforschung der Familiengeschichte. Auch male er sehr gerne. „Niemand braucht Angst zu haben, dass mir langweilig wird“, sagt er.