Der Kunstsammler und Mäzen Frieder Burda (1936–2019) Foto: dpa

Er war einer der bedeutendsten Kunstsammler Deutschlands, trug im Lauf seines Lebens eine große Sammlung der Moderne zusammen. Aber seine vielleicht größte Leistung: Er schenkte Baden-Baden 2004 ein eigenes Museum. Am Sonntag ist Frieder Burda im Alter von 83 Jahren gestorben.

Baden-Baden - Frieder Burda, einer der bedeutendsten deutschen Kunstsammler und Mäzene, ist am Sonntag in Baden-Baden im Alter von 83 Jahren gestorben. Mit der Kurstadt ist sein Name in vielerlei Hinsicht verbunden, denn hier steht direkt an der Oos seit 2004 die „Sammlung Frieder Burda“, ein wunderbares Kunstmuseum nach Plänen des US-Architekten Richard Meier, das Burda der Öffentlichkeit geschenkt hat. Hochkarätige Ausstellungen ziehen seitdem Besucher aus aller Welt an.

Drei Söhne hatte das Verleger-Ehepaar Franz und Aenne Burda: Franz, Frieder und Hubert. Der jüngste, Hubert, führt heute die Geschicke des Verlagshauses Burda in Offenburg und München. Frieder war zwar auch anfangs im Familienunternehmen tätig, fand seine wahre Bestimmung aber schnell in der Kunst. Sein erstes Bild kaufte er 1968 mit Anfang 30 auf der Documenta in Kassel: ein Gemälde des Malers Lucio Fontana. Das wurde zum Grundstein einer Sammlung, die von Picasso, Beckmann, Kirchner und Pollock bis zu Richter, Baselitz und Polke reicht und gleichermaßen von Offenheit, Neugier und Qualitätsbewusstsein zeugt. 1998 gründete Frieder Burda eine Stiftung, die dann den Grundstock legte für ein eigenes Museum in Baden-Baden.

Wer sich für moderne und aktuelle Kunst interessiert, für den waren seitdem regelmäßige Besuche in dem wunderbaren Haus eine Selbstverständlichkeit. Fast alles, was in der internationalen Kunstszene Rang und Namen hatte, konnte im Lauf der Jahre hier erlebt werden. Werke aus Burdas eigener Sammlung wurden stets reizvoll ergänzt mit Leihgaben anderer Häuser; Burda und seine Stiftung setzten dabei auf den Sachverstand der Kuratoren. Auch auf die Kunstvermittlung legte das Museum in Baden-Baden großen Wert – und immer wieder konnte man ganz zufällig erleben, wie Burda selbst freundlich, charmant und gewinnend Besuchergruppen durch die Räume führte.

Nicht ohne Grund weist das Haus auf seiner Webseite heute darauf hin, dass Burda am 14. Juli, dem französischen Nationalfeiertag, gestorben ist. Er glaubte stets an die universale und aufklärerische, Völker verbindende Kraft der Kunst. Ein hoch engagierter Mäzen ist gestorben, dem die Bürgergesellschaft viel zu verdanken hat.

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