Abschiebedrama in Gerlingen Schwangere Syrerin will sich mit Messer verletzen

Von stk/kwa 

Zwei Streifenwagen der Polizei rückten an, um die syrische Familie mitzunehmen. Foto: dpa
Zwei Streifenwagen der Polizei rückten an, um die syrische Familie mitzunehmen. Foto: dpa

Dramatische Szenen in Gerlingen: die Polizei kommt, um eine fünfköpfige Familie aus Syrien abzuschieben. Die schwangere Mutter weigert sich und droht, sich mit einem Messer zu verletzen.

Gerlingen - Eine fünfköpfige Familie, die aus Syrien stammt, ist am Dienstagabend aus ihrer Unterkunft in der Gerlinger Urbanstraße (Kreis Ludwigsburg) nach Spanien abgeschoben worden. Die Familie mit drei Kindern von fünf, sechs und acht Jahren hatte laut dem Regierungspräsidium Karlsruhe bereits im Januar die Abschiebeanordnung erhalten. Gegen 22.40 Uhr rückten zwei Streifenwagen des Polizeireviers Ditzingen zusammen mit einer Ärztin an. Diese untersuchte die 29-jährige schwangere Mutter der Kinder und bescheinigte ihr, fliegen zu können. Nach weiteren Polizeiangaben erklärten die Beamten dem 32-jährigen Ehemann und seiner Frau, was geschehen sollte. Beide hätten sich erst geweigert mitzugehen, der Mann habe schließlich zugestimmt. Dann nahm die Frau ein Messer zur Hand und drohte damit, sich zu verletzen. Die Beamten hätten sie überwältigt und die Frau und ihre drei Kinder „unter lautem Protest“ zu einem Streifenwagen gebracht. Etwa zehn Bewohner der Unterkunft hätten sich auf der Straße versammelt, aber nicht eingegriffen.

Die Familie war über Spanien nach Deutschland gekommen. Die Stadt Gerlingen hatte das Haus an den Landkreis für die vorläufige Unterbringung von Asylbewerbern vermietet.

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