Solarzellen sind für die Stadtwerke in Filderstadt offenbar ein lohnendes Geschäft – für die nächsten zwei Jahre hat die Rathaustochter zwei weitere Standorte im Auge.      Foto:  

Der Betriebsausschuss schließt die Beteiligung der Stadtwerke Filderstadt an einer Energiegenossenschaft aus – auch weil der Eigenbetrieb Projekte von der Fotovoltaik bis zum Biogas lieber in eigener Regie anpacken will.

Filderstadt - Beim Geschäft mit der Energie wollen die Stadtwerke sich nicht mit ­privaten Teilhabern an einen Tisch setzen. Das wurde bei den Etatberatungen im für die Rathaustochter zuständigen Ausschuss des Gemeinderats klar. Die­ ­Grünen-Fraktion hatte beantragt, eine Genossenschaft zu gründen, die regenerative Energie erzeugt. Die Stadtwerke sollten Teilhaber werden. Doch die Leitung des städtischen Eigenbetriebs und die Mehrheit der Stadträte wollten nicht einmal, dass die Sache näher untersucht wird.

Mit fünf zu vier Stimmen lehnte die ­ sogenannte bürgerliche Mehrheit im Betriebsausschuss ab, eine Vorlage für eine detaillierte Beratung erarbeiten zu lassen. Stadtwerke-Chef Jan Meier hatte zuvor deutlich gemacht, dass die Stadtwerke insbesondere bei der Fotovoltaik am Ball bleiben möchten. An eine Beteiligung in einer Genossenschaft sei aber nicht gedacht. Für 2016/17 seien 150 000 Euro für neue Solaranlagen vorgesehen. Man habe zwei Standorte im Auge. Schon jetzt würden jährlich 320 000 Kilowattstunden durch städtische Solaranlagen erzeugt.

Bürgermeister: Stadt kann allein voranschreiten

Eine Energiegenossenschaft müsse sich nicht nur mit Fotovoltaik beschäftigen, erklärte Armin Stickler für die Grünen. Sie könne auch Biogasanlagen und Blockheizkraftwerke bauen. Würden sich die Stadtwerke an dem Verbund beteiligen, gäbe dies auch Bürgern, die mitmachen wollen, eine gewisse Sicherheit. „Da wäre ein Anteilseigner dabei, auf den man sich ver­lassen kann“, sagte der Stadtrat. Er ver­stehe nicht, warum in der Sache so massiv gemauert werde. „Dabei geht es auch um den Klimaschutz“, betonte er.Letztlich handle es sich doch um eine Geldanlage, meinte Finanzbürgermeister ­Andreas Koch. Sowohl die Bürger als auch die Stadt sollten finanziell profitieren. Bei der Förderung regenerativer Energien könne die Stadt auch allein voranschreiten. Letztlich würden davon dann auch die Bürger profitieren, da man das gewonnene Geld in andere Bereich investieren könne. Koch befürchtete, dass sich die Stadtwerke im Falle der Genossenschaft zu stark personell beteiligen müssten. Man sei jedoch jetzt schon mit den bestehenden Aufgaben, auch bezüglich der geplanten Übernahme der Energienetze genug ausgelastet.

Um die Situation zu entspannen und die Folgen einer Beteiligung besser abschätzen zu können, schlug Frank Schwemmle (SPD) vor, dass die Stadtwerke eine Vorlage erarbeiten. Dann könne man erneut im Betriebsausschuss über die Sache beraten. Dafür sahen aber CDU/FDP und die Freien Wähler keine Veranlassung.

„Beteiligung nicht lukrativ“

Monika Strobel (CDU/FDP) trat dafür ein, dass sich die Stadtwerke weiterhin allein um die Energiegewinnung kümmern. Ernst Schumacher (FW), der selbst 30 Jahre lang der Gemüseeinlagerungs-Genossenschaft vorstand, erklärte, dass eine solche Genossenschaft gut geführt werden müsse. Er hielt eine Beteiligung der Stadt für nicht lukrativ, weil sie als Genosse den gewonnenen Strom nicht allein verbrauchen könne und zum Teil weiterverkaufen müsse. In diesem Fall seien aber Steuern zu zahlen.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: