Russische Taucher suchen nach dem Absturz der Maschine nach Wrackteilen und Leichen. Foto: dpa

Der zweite Flugschreiber des abgestürzten russischen Flugzeugs ist geborgen worden. Laut einer russischen Tageszeitung vermuten die Ermittler versagende Klappen zusammen mit einem Pilotenfehler als Absturzursache.

Moskau - Russische Suchteams haben am Mittwoch den zweiten Flugschreiber der mit 92 Menschen an Bord abgestürzten Militärmaschine aus dem Schwarzen Meer geborgen. Das teilte das Verteidigungsministerium in Moskau mit. Die Ermittlungen zur Klärung der Absturzursache der Tupolew-154 waren bereits am Dienstag mit der Bergung des ersten Flugschreibers einen Schritt vorangekommen.

Das Flugzeug war am Sonntag zwei Minuten nach dem Start in Sotschi abgestürzt. An der Absturzstelle wurden bis Mittwoch 15 Leichen und 239 Körperteile geborgen, wie das Verteidigungsministerium weiter mitteilte. Zuvor war von 17 Leichen die Rede gewesen.

„Kommandant, wir fallen!“

Die Tageszeitung „Komsomolskaja Prawda“ und das Online-Portal Life.ru veröffentlichten die Mitschrift eines Gesprächs, das aus dem Cockpit stammen soll. Darin ruft ein Pilot, es gebe ein Problem mit den Landeklappen. Anschließend schreit er: „Kommandant, wir fallen!“. Der Bericht konnte nicht verifiziert werden, beiden Medien werden aber gute Kontakte zu russischen Sicherheitsbehörden nachgesagt. Die beweglichen Klappen am Rand der Tragflächen sorgen für Auftrieb.

Die Tageszeitung „Kommersant“ schrieb, Absturzursache sei nach Vermutungen der Ermittler eine Kombination aus versagenden Klappen und einem Pilotenfehler. Dadurch habe das Flugzeug an Geschwindigkeit verloren, und die Strömung sei abgerissen.

Unter den Passagieren waren Mitglieder des weltbekannten Alexandrow-Militärchores sowie die für ihre wohltätige Arbeit bekannte russische Ärztin Jelisaweta Glinka und mehrere Journalisten. Die Musiker sollten für russische Soldaten in Syrien ein Neujahrskonzert geben.

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