Achten Sie auf das Verfalldatum. Foto: fizkes / shutterstock.com

Kann man abgelaufene Medikamente noch nehmen? Was kann passieren? Wie sollte man sie entsorgen? – Alle Infos im Artikel.

Ob Nasenspray, Augentropfen oder Pillen: Meistens brauchen wir Medikamente nur über einen gewissen Zeitraum, bevor sie im Schrank verschwinden. Einige Monate später holt man sie wieder hervor und stellt fest, dass sie abgelaufen sind. Kann man die Medikamente dann noch verwenden? Wir klären auf.

Was bedeutet das Verfalldatum bei Arzneimitteln?

Laut Europäischer Arzneimittel-Agentur (EMA) gibt das Verfalldatum an, bis zu welchem Zeitpunkt der Hersteller unter den empfohlenen Lagerungsbedingungen ein sicheres und wirksames Produkt garantieren kann. Die Haltbarkeit wird durch verschiedene von der EMA empfohlene Tests ermittelt, bevor ein Medikament von den Behörden zugelassen und mit einem Verfalldatum versehen wird. Zusätzlich zum Verfalldatum weisen manche Arzneimittel wie Augentropfen oder Hustensäfte, die mikrobiell anfällig sind, ein Verbrauchsdatum nach Anbruch der Verpackung (meist von wenigen Wochen) auf. In diesem Fall ersetzt das Verbrauchsdatum das Verfalldatum und darf nicht überschritten werden.

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Kann man abgelaufene Medikamente noch nehmen?

Abgelaufene Medikamente sollten nicht mehr eingenommen werden. Sie verlieren mit Ablauf des Haltbarkeitsdatums nicht nur ihre Wirksamkeit, sondern können auch gesundheitsschädliche Abbauprodukte enthalten, wie das Bundesministerium für Gesundheit informiert. Zwar muss das Verfalldatum nicht zwangsläufig die maximale Haltbarkeit eines Arzneimittels widerspiegeln. Aber mit Ablauf des Verfalldatums erlischt per Gesetz auch die Gefährdungshaftung des Herstellers. Allein aus diesem Grund sollten Sie abgelaufene Medikamente nicht zu sich nehmen.

Woran erkennt man abgelaufene Arzneimittel?

Wenn Sie Medikamente in Ihrem Schrank finden, bei denen aus irgendeinem Grund nicht erkennbar ist, wie alt diese sind, sollten Sie sie im besten Fall entsorgen, um kein Risiko einzugehen. Folgende Anzeichen deuten auf verdorbene Arzneimittel hin:
 

  • Gels, Cremes, Salben oder Zäpfchen können sich verfärben oder verflüssigen.
  • Tabletten oder Pillen verfärben sich oder bilden kleine Risse.
  • Es kommt zu einer unangenehmen oder untypischen Geruchsentwicklung.
  • Die Verpackung bläht sich auf.
  • Flüssigkeiten werden trüb oder bilden Flocken.

Abgelaufene Medikamente verhindern

Hier sind einige Tipps, um zu verhindern, dass sich in Ihren Arzneischränkchen abgelaufene Medikamente stapeln:
 

  • Kaufen Sie Medikamente und andere Arzneimittel nur in solchen Mengen, die Sie in absehbarer Zeit aufbrauchen können.
  • Bewahren Sie die Arzneimittel nach den in der Packungsbeilage empfohlenen Aufbewahrungsbedingungen in der Originalverpackung auf. Werfen Sie auch die Packungsbeilage nicht weg.
  • Medikamente sollten weder zu großen Temperatur- noch Luftfeuchtigskeitsschwankungen ausgesetzt werden. Auch direkte Sonneneinstrahlung kann sich negativ auf die Haltbarkeit auswirken.
  • Notieren Sie sich bei Arzneimitteln, die ein gesondertes Verfalldatum nach Anbruch der Verpackung haben, unbedingt das Öffnungsdatum. Achten Sie darauf, dieses nicht zu überschreiten.

Abgelaufene Medikamente richtig entsorgen

Auf keinen Fall dürfen Sie abgelaufene Arzneimittel in den Abfluss schütten oder die Toilette runterspülen. Dies habe laut Umweltbundesamt schädliche Auswirkungen auf unser Trinkwasser und die Tier- und Pflanzenwelt. Wie Sie die Medikamente in Ihrer Gemeinde richtig entsorgen, erfahren Sie auf der Seite arzneimittelentsorgung.de. Auch die Packungsbeilage kann wichtige Hinweise zur Entsorgung beinhalten. Im Zweifelsfall empfiehlt das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, die Medikamente über den Restmüll zu entsorgen, da dieser verbrannt wird.

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