Nach Brand in Stuttgart-Nord Bewegung auf „On Top“-Biergartenbrache

Von Martin Braun 

Das Grundstück an der Stresemannstraße bietet einen Ausblick auf die Stadt. Foto: Martin Braun
Das Grundstück an der Stresemannstraße bietet einen Ausblick auf die Stadt. Foto: Martin Braun

Im November 2014 wurde der Biergarten „On Top“ ein Raub der Flammen. Seither ist auf dem Grundstück an der Stresemannstraße wenig passiert. Das erzürnt Bezirksbeiräte in Stuttgart-Nord. Nun könnte es voran gehen.

S-Nord - Sie hoffe, dass „die unendliche Geschichte On Top“ bald zu einem guten Ende komme, sagt Bezirksvorsteherin Sabine Mezger. Im November 2014 ist an der Stresemannstraße der Biergarten On Top abgebrannt. Was die Flammen damals übrig ließen, wurde mittlerweile entfernt. Aber sonst hat sich auf dem Grundstück in bester Aussichtslage bis heute nicht mehr viel getan – sehr zum Ärger der Bezirksbeiräte.

Im vergangenen Jahr hatte das Garten-, Friedhofs- und Forstamt (GFF) mitgeteilt, dass das Grundstück an der Stresemannstraße nicht mehr gastronomisch, sondern als Aussichtsplattform genutzt werden solle. Der Bezirksbeirat Nord war damit nicht einverstanden und beschloss einstimmig, dass die Verwaltung diese Pläne nicht weiterverfolgen solle. Anstelle des abgebrannten Biergartens sollte nach dem Willen des Gremiums wieder ein Lokal errichtet werden. „Darauf haben wir bislang keine Rückmeldung erhalten“, sagt der stellvertretender SPD-Bezirksbeirat Axel Alt.

In einer Sitzung des Gremiums ist ihm neulich der Kragen geplatzt. „Es ist keine Art und Weise, wie eine Amtsleitung den Willen des Bezirksbeirats dermaßen ignoriert“, sagte Alt in der Sitzung in Richtung Volker Schirner, dem Leiter des GFF. Vielleicht sei es nach acht Monaten des Wartens an der Zeit, sich aufzuregen und dienstrechtliche Schritte in Erwägung zu ziehen, schimpfte Alt. „Drei Gastronomen hätten auf eigene Kosten eine Interimslösung machen können und wollen“, sagte Timo Haug (CDU). Das GFF habe die Interessenten im Regen stehen lassen, und das sei eine bodenlose Frechheit.

Gastronomie soll der Parkanlage angemessen sein

Die Verwaltung sei erst seit diesem Jahr handlungsfähig, da der alte Pachtvertrag bis 2015 gelaufen sei, erklärt Volker Schirner. Außerdem hätten sowohl Planungsbüros als auch die Ämter viel zu tun. Mittlerweile seien die Planungen beim GFF aber abgeschlossen und würden derzeit vom Baurechtsamt und vom Amt für Stadtplanung und Stadterneuerung geprüft, sagt Schirner. Er hoffe, bald eine Rückmeldung zu bekommen, um das Vorhaben im Bezirksbeirat präsentieren zu können. Vorgesehen sei ein frei zugänglicher Aussichtsplatz, aber auch eine gastronomische Nutzung des Grundstücks. Dafür hätten sich bereits einige Interessenten gemeldet, auf die das GFF zugehen wolle, sobald die baurechtliche Genehmigung vorliege. „Wir wollen eine der Parkanlage angemessene Gastronomie“, sagt Schirner.

Dass es auf dem Grundstück wieder eine Gastronomie geben soll, steht für Sabine Mezger außer Frage. Das sei der Wunsch aller, der Bürgerschaft und der Bezirksbeiräte. Für den Unmut der Lokalpolitiker hat sie durchaus Verständnis – aber auch für die Stadtverwaltung: Man müsse die personelle Situation berücksichtigen, und auch, dass es neben Stuttgart-Nord noch 22 andere Bezirke gebe. Sie hoffe aber sehr, dass Volker Schirner dem Bezirksbeirat die Pläne noch vor der Sommerpause vorstellen könne. „Ich habe ihn auch gebeten, zu prüfen, ob für diesen Sommer noch eine Interimslösung möglich ist“, sagt Mezger.

Redaktion Stuttgart-Nord

Ansprechpartnerin
Dr. Eva Funke
s-nord@stz.zgs.de

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