Die US-Regierung wirft Fiat Chrysler Betrug vor. Foto: AFP

Fiat Chrysler hat laut Regierung fast 104 000 Fahrzeuge so ausgestattet, dass sie bei Abgastests weniger Schadstoffe ausstoßen. Das beschuldigte Unternehmen sagt, es habe im Gegensatz zu VW die Software nicht installiert, um bei Tests zu schummeln.

Detroit - Das US-Justizministerium hat nach dem Volkswagenkonzern auch den Autobauer Fiat Chrysler des Betrugs bei Abgastests beschuldigt. In einer am Dienstag in Detroit vorgelegten Klage wirft es Fiat Chrysler vor, fast 104 000 Ram-Pickups und Jeep Grand Cherokees der Modelljahre 2014 bis 2016 mit einer Software ausgestattet zu haben, die bei Abgastests für einen niedrigeren Schadstoffausstoß sorgt.

Die Umweltbehörde EPA ergänzte in einer Erklärung, die Drei-Liter-Diesel-Motoren von Fiat Chrysler stießen auf der Straße wesentlich mehr Stickoxid als gesetzlich zulässig aus. Fiat Chrysler habe die Software beim Zulassungsverfahren für die Fahrzeuge nicht deklariert. Sie sprach von einer „betrügerischen Einrichtung“, die im Labor für bessere Werte gesorgt habe. Da die Autos die Umweltauflagen nicht erfüllten, seien sie eigentlich nicht für den Verkehr freigegeben.

Mitteilung über mögliche Umweltverstöße

Der italienisch-amerikanische Autohersteller Fiat Chrysler hat erklärt, die Software erkenne nicht, ob sich das Auto bei einem Abgastest oder auf der Straße befinde. Sie steuere ein Schutzpogramm für den Motor. Sie sei anders als die von Volkswagen eingesetzte Software.

In einer Erklärung äußerte sich Fiat Chrysler am Dienstag enttäuscht über die eingereichte Klage. Das Unternehmen hat erklärt, dass es im Gegensatz zu VW die Software nicht mit der Absicht installiert habe, bei Tests zu schummeln.

Die EPA hatte Fiat Chrysler im Januar eine Mitteilung über mögliche Umweltverstöße zugestellt. Der Vorstandsvorsitzende des Unternehmens, Sergio Marchionne, hatte damals jegliches Fehlverhalten zurückgewiesen.

In der Klage fordert die Regierung zivile Strafen, die sich auf über vier Milliarden Dollar belaufen könnten. Zudem soll das Autounternehmen per Gericht daran gehindert werden, Fahrzeuge mit nicht offengelegter Software herzustellen oder zu verkaufen.

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