Wegen des Abgasskandals bei VW ist auch der Zulieferer Bosch ins Visier der Justiz geraten. Foto: dpa

Volkswagen hat sich im Skandal um manipulierte Abgaswerte mit den Behörden auf ein Entschädigungspaket geeinigt. Für Bosch ist das Thema noch nicht ausgestanden.

Stuttgart - Während sich der Autobauer Volkswagen im Skandal um manipulierte Abgaswerte mit den Behörden auf ein Entschädigungspaket geeinigt hat, bleibt der Stuttgarter Technologiekonzern Bosch im Visier der Justiz: „Die gegen Bosch und Konzernchef Volkmar Denner anhängige Klage wird weiter konkretisiert“, sagte Christopher Rother, Leiter des deutschen Büros der Kanzlei von US-Staranwalt Michael Hausfeld, den „Stuttgarter Nachrichten“ und der „Stuttgarter Zeitung.“ Es gehe darum, die ursprüngliche Klage zu untermauern. Ein entsprechendes Schreiben – der englische Fachausdruck lautet „amended complaint“ – dürfte voraussichtlich in den nächsten Wochen beim zuständigen Bezirksgericht in San Francisco eingereicht werden. Dort sind bis Anfang 2016 Hunderte Klagen wegen des Abgasskandals bei Volkswagen eingegangen. Diese wurden im Frühjahr 2016 zu einer Sammelklage zusammengefasst. Die Vorwürfe richten sich auch gegen Bosch, da der Konzern die Motorsteuergeräte geliefert hat für die Fahrzeuge, bei denen die Abgasmessung manipuliert worden ist. Das Konsortium aus US-Anwälten, das hinter der Klage steht, will Bosch deshalb wegen Mittäterschaft in Verantwortung ziehen.

Volkswagen hat vergangene Woche eine milliardenschwere Einigung mit den Behörden in den USA erzielt. „Die Themen, die Bosch betreffen, müssen hingegen noch zu einem formaljuristischen Abschluss gebracht werden“, sagte ein Bosch-Sprecher unserer Zeitung. Das Unternehmen wehrt sich entschieden gegen den Vorwurf, von der Manipulation bei Volkswagen gewusst zu haben. Auch die Stuttgarter Staatsanwaltschaft ermittelt gegen den Konzern. Die Ermittlungen laufen allerdings nach wie vor gegen unbekannt, da die Frage der Verantwortlichkeit noch nicht geklärt sei, sagte ein Sprecher.

Für den Konzern bedeutet die Klage ein erhebliches finanzielles Risiko. Bosch hat bereits Rückstellungen in Höhe von 650 Millionen Euro gebildet.

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