Smartphones spielen eine besondere Rolle beim Recycling: Aus ihnen können wichtige Rohstoffe gerettet werden. Foto: dpa

Elektroschrott im Kreis Esslingen: Der Abfallwirtschaftsbetrieb setzt auf Reparatur und Recycling. Warum Smartphones dabei eine Schlüsselrolle spielen.

Reparieren statt wegwerfen: Elektroschrott vermeiden – das ist das Motto der Europäischen Woche der Abfallvermeidung. Der Abfallwirtschaftsbetrieb des Landkreises Esslingen (AWB) beteiligt sich an der Aktion, die mehr Bewusstsein für die stark ansteigenden Mengen an Elektroschrott schaffen will.

 

Michael Potthast, Geschäftsführer des AWB, erklärt: „Elektroschrott ist die weltweit am schnellsten wachsende Abfallfraktion.“ Daher sei es wichtig, Konsumverhalten und Produktionsweisen zu hinterfragen und mögliche Reparaturen mitzudenken. Auch im Landkreis Esslingen gebe es einige Initiativen, die Repair-Cafés anbieten, etwa in Filderstadt, Beuren, Weilheim oder Esslingen. Auf der Internetseite des AWB seien verschiedene Angebote zur Nachhaltigkeit aufgelistet, so Potthast.

Der Kreis Esslingen setzt auf Smartphones zur Rettung von Rohstoffen

Lithium, Kupfer und Gold machen Elektroschrott laut AWB besonders wertvoll. Zurzeit würden in Deutschland zwar knapp zwei Millionen Tonnen Elektroschrott im Jahr entstehen. Dem stehe aber eine Recyclingquote von unter 40 Prozent gegenüber. Im Vergleich dazu liege die Recyclingquote von Altpapier bei rund 80 Prozent deutlich höher.

 Eine besondere Bedeutung komme beim Elektroschrott den Smartphones zu. Denn durch konsequentes Recycling ließe sich gerade hier die Menge der benötigten neuen Rohstoffe reduzieren. Das schütze indirekt auch Klima und Umwelt, erklärt Michael Potthast. Denn Abbau und Aufbereitung von Rohstoffen wie Lithium, Kupfer und Gold belaste die Umwelt und verursache viele klimaschädliche Emissionen.

Brandgefahr durch Elektroschrott: Kreis richtet Annahmestellen ein

Lande Elektroschrott hingegen im Restmüll, gingen nicht nur wertvolle Rohstoffe verloren. Beim Transport und durch das Pressen im Sammelfahrzeug stellten Akkus und Batterien eine echte Brandgefahr dar. Auch der AWB war jüngst betroffen. Am 22. Oktober brannte der Elektroschrottcontainer auf der Entsorgungsstation Sielminger Straße in Leinfelden-Echterdingen.

Daher führt der AWB derzeit ein Thekenmodell an allen sieben Annahmestellen für Elektroschrott ein. Gesondert geschulte Mitarbeitende des AWB prüfen dort alle elektronischen Altgeräte einzeln. Zudem informiert der AWB in den kommenden Tagen über das Thema an speziellen Infoständen, und zwar am Donnerstag, 27. November, in Filderstadt Bernhausen an der S-Bahn und am Montag, 1. Dezember, in Kirchheim auf dem Krämermarkt.