Übliches Bild nach Silvester: Doch dieses Jahr war alles anders. Foto: dpa/Angelika Warmuth

Wo sich sonst traditionell nach dem Jahreswechsel der Kunststoffabfall türmt, mussten die städtischen Mitarbeiter diesmal kaum etwas zu wegräumen. Einschätzungen von den Fildern und aus Waldenbuch.

Filder/Waldenbuch - Dass beim Jahreswechsel 2020/21 weniger geböllert worden ist, konnte jeder sehen, der um Mitternacht noch wach war. Dies hat sich auch bei den Zahlen zum Müllaufkommen in der Silvesternacht niedergeschlagen. So ist für ganz Deutschland ausgerechnet worden, dass insgesamt 3500 Tonnen weniger Kunststoffmüll angefallen sind. Dies haben der Professor Jörg Woidasky von der Hochschule Pforzheim und der Bachelorstudent Lukas Deuschle hochgerechnet. Die Basis für ihre Berechnungen seien Sortier- und Werkstoffanalysen von Feuerwerkskörpern, Kundenbefragungen und Zulassungsanalysen gewesen.

Das Weniger an Silvestermüll durch die Corona-Beschränkungen schlägt sich auch bei den Kommunen nieder. Diese hatten nämlich nach dem Jahreswechsel um einiges weniger zu tun als sonst nach Silvester. „Grundsätzlich war es weniger Müll“, teilt Norbert Branz, Leiter des Filderstädter Tiefbauamts, mit. Die gesammelte Müllmenge habe diesmal bei circa acht Kubikmeter gelegen, „normalerweise beträgt die Menge deutlich mehr“, so Branz. „Es ist jedoch aufgefallen, dass der Verpackungsmüll von den Schnellrestaurants deutlich zugenommen hat.“ Besonders viel Müll musste die Stadt beispielsweise im Gewerbegebiet Bernhausen wegräumen. Und: „Auf dem Feldweg in Harthausen in der Nähe des Berghofs fand offensichtlich eine Silvesterparty statt. Allein hier waren circa zwei Kubikmeter Müll angefallen.“

Mitarbeiter der Stadt hatten kaum zu tun

Eine ähnliche Tendenz hatte Leinfelden-Echterdingen zu verzeichnen. Normalerweise seien vier bis sechs Mitarbeiter mit den Hinterlassenschaften von Silvesterfesten beschäftigt, teilt der Stadtsprecher Thomas Krämer mit. „Dieses Jahr hatten wir für Neujahr nur zwei Mitarbeiter in der Rufbereitschaft für den Fall der Fälle, sie wurden aber nicht gebraucht. So sauber war und wird es wahrscheinlich nie wieder an Neujahr sein.“

Ruhig und vor allem sauberer ist es auch in Waldenbuch geblieben. „In den vergangenen Jahren mussten teils mehrere Mitarbeiter einen halben Vormittag Müll entfernen, das war dieses Jahr nicht der Fall“, teilt Petra Eisele, die Sprecherin der Stadt, mit. „Die Waldenbucher Bürgerinnen und Bürger haben sich an die aktuellen Corona-Verordnungen gehalten, es gab keine Zwischenfälle.“

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