Sack an Sack: Ähnlich sieht es im Hof an der Stuttgarter Straße aus. Foto: dpa/Katja Lenz (Archiv)

Im Hof eines Gebäudes in Kornwestheim stapeln sich die Abfallsäcke, es stinkt und Ratten tummeln sich. Wie und wann der Müll entsorgt wird, ist fraglich. Es handle sich um ein laufendes Verfahren, sagt die Stadt.

Schon im späten Frühling hatte sich erster Unmut geregt. Kornwestheimer Bürgerinnen und Bürger hatten die Situation rund um ein auch optisch auffälliges Haus im nördlichen Bereich der Stuttgarter Straße moniert. Im dortigen Hof, der direkt vom Gehweg aus zugänglich ist, hatte sich säckeweise Müll gehäuft. Es roch dementsprechend, auch mehrere Ratten waren gesichtet worden. Geändert hat sich seitdem nicht sonderlich viel – und zum Besseren schon gar nicht.

 

Flüssigkeit läuft aus Säcken auf den Gehweg

Sack an Sack reiht sich im Hof, einige sind aufgerissen, der Unrat liegt auf dem Boden herum. Auch auf ein zerstörtes Sofa fällt rasch der Blick. Flüssigkeit läuft aus einigen Säcken auf den Gehweg. Aus Quellen, die anonym bleiben wollen, erfährt man, dass es im Hinterhof ganz ähnlich aussehe, wenn nicht gar noch schlimmer. Doch was hat es mit der Situation auf sich? „Der Stadtverwaltung Kornwestheim ist die Situation rund um das Gebäude an der Stuttgarter Straße bekannt“, sagt die städtische Pressesprecherin Sandra Hennig auf Anfrage unserer Zeitung. Man befinde sich in dieser Sache aktuell in enger Abstimmung mit dem Landratsamt Ludwigsburg. „Allerdings handelt es sich hierbei zum einen um ein Privatgrundstück, zum anderen um ein laufendes Verfahren.“ Detaillierte Angaben könne man daher derzeit nicht machen.

Das „Hexenhäulse“ heißt nicht umsonst so

Das „Hexenhäusle“, so nennt so mancher Kornwestheimer das Gebäude ob seiner Fachwerk-Optik liebevoll. Das kommt auch daher, da es aufgrund seiner rustikalen Erscheinungsform aus der verhältnismäßig modernen Bebauung im Umkreis klar heraussticht. Bis vor wenigen Jahren hatte sich darin ein kleiner Laden für Dekoartikel befunden, mit Auslage zur Stuttgarter Straße hin. Der schloss am 17. Februar 2018 jedoch seine Pforten. Aktuell wird das Haus offenbar zum Wohnen genutzt.

Wie es also in der Causa weitergeht, kann und will an offizieller Stelle niemand sagen. Die Stadt bleibt lieber bei einem ziemlich allgemein gehaltenen Statement zum Thema Abfall. „Grundsätzlich gilt, dass Müll ordnungsgemäß in Mülleimern zu entsorgen ist, da er dort für Schädlinge schwer zugänglich ist“, heißt es in Sandra Hennigs Antwort zu dem über riechenden Problem weiter.

Ratten sind nach wie vor ein Problem

Dass die Ratten, die laut Angaben von Anwohnern sich dort nach wie vor zuhause fühlen, weiter ein Problem sind, verneint man allerdings auch bei der Kommune nicht. „Nicht ordnungsgemäß entsorgter Müll kann insbesondere Ratten anziehen, da die Nagetiere in Küchenabfällen und Speiseresten ein umfangreiches Nahrungsangebot finden“, so Hennig. Und weiter: „Die regelmäßige Leerung von öffentlichen Mülleimern durch den städtischen Bauhof ist nur eine von vielen Maßnahmen, die die Stadt in diesem Zusammenhang ergreift.“ Auch das regelmäßige Monitoring durch den Eigenbetrieb Stadtentwässerung und das Aufstellen von Köderboxen in der Kanalisation gegen den Rattenbefall gehörten dazu.

Wann der Müll wegkommt – und ob es sonstige Konsequenzen geben wird – steht also noch in den Sternen. Fakt ist, dass die derzeitigen hohen Temperaturen nicht eben zur Besserung der Lage beitragen. Eher im Gegenteil.