Mollig warm... Foto: Xseon / shutterstock.com

Alle relevanten Informationen rund um die Heizperiode haben wir in diesem Artikel für Sie zusammengefasst: Beginn, Pflichten für Vermieter und Mieter sowie nützliche Tipps.

Wie lange geht die Heizperiode?

An und für sich ist die Heizperiode nicht genau definiert. In der Regel wird sie vom Vermieter im Mietvertrag festgelegt. Typisch ist die Zeit zwischen dem 1. Oktober und dem 1. April. Gesetzlich vorgeschrieben ist dieser Zeitraum jedoch nicht. So könnte die Heizperiode zum Beispiel auch von Mitte September bis Mitte Mai angesetzt werden. Im Falle eines Rechtsstreites liegt es in der Entscheidungsgewalt der Gerichte, wie die Heizperiode zu definieren ist.


Wann muss der Vermieter die Heizung einschalten?

Obwohl es keine Vorschriften des Gesetzgebers bezüglich der Länge der Heizperiode gibt, so kann der Vermieter bei anhaltender Kälte in den Sommermonaten nicht einfach das Einschalten der Heizung verweigern.

Laut Angelika Brautmeier, Geschäftsführerin des Stuttgarter Mietvereins, gilt: Sinkt die Zimmertemperatur tagsüber unter 18 Grad und ist absehbar, dass die kalte Witterung länger als zwei Tage anhält, muss der Vermieter die Heizung anstellen. Sinkt die Zimmertemperatur am Tage unter 16 Grad, muss der Vermieter die Heizung sofort einschalten. Der Berliner Mietverein ergänzt folgendes: Beträgt die Außentemperatur 3 Tage lang weniger als 12 °C, muss der Vermieter die Heizung einschalten.

Während der Heizperiode muss es dem Mieter zudem möglich sein, die Wohnung auf eine Mindesttemperatur zwischen 20 und 22 °C zu heizen, wie der Deutsche Mieterbund mitteilt. Einen Anspruch auf höhere Temperaturen gibt es nicht. Außerdem kann der Vermieter die Heizung in der Nacht von 23:00 Uhr abends bis 7:00 Uhr morgens auf 18 °C absenken.


Gibt es eine Heizpflicht für Mieter?

Generell gibt es keine Heizpflicht für den Mieter. Dessen ungeachtet ist dieser jedoch dafür verantwortlich, die Wohnung vor Frost- oder Schimmelschäden zu bewahren. Dies ist nur durch das richtige Lüftungs- und Heizverhalten möglich. Entscheidend ist außerdem, was im Mietvertrag vereinbart ist. Dort könnten zum Beispiel Regelungen zum Verhalten während der Heizperiode oder sogar Mindesttemperaturen festgelegt werden, an die sich die Mieter halten müssen.


Ab welcher Außentemperatur heizen?

Bei der Frage, ab welcher Temperatur man heizen sollte, kommt es nicht so sehr darauf an, wie kalt es draußen, sondern wie warm es im Inneren ist. Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) empfiehlt, die Wohnräume konstant auf mindestens 17 °C zu heizen. In Fluren dagegen reichen auch kühlere 15 °C. In den meisten Häusern sollte daher geheizt werden, sobald die Außentemperatur längere Zeit unter 14 bis 15 °C bleibt.

Schaubild mit Informationen zum Heizen des BMU


Auf welche Temperatur sollte man die Zimmer aufheizen?

Das Umweltbundesamt empfiehlt für den Wohnbereich eine Temperatur von etwa 20 °C, für die Küche um die 18 °C und für das Schlafzimmer 17 °C. Im Badezimmer kann es mit circa 22 °C dagegen etwas wärmer sein. Natürlich ist dabei auch immer die individuelle Wohlfühltemperatur ausschlaggebend. Die Verbraucherzentrale weist jedoch darauf hin, dass jedes Grad mehr den Energieverbrauch um etwa 6 Prozent erhöht.

Lesetipp: Richtig heizen - Die Top 12 effizientesten Tipps um Energiekosten zu sparen


Was bedeuten die Zahlen und Symbole auf der Heizung?

Um die Heizung richtig einstellen zu können, ist es wichtig zu wissen, was die einzelnen Abstufungen auf dem Thermostat in Grad übersetzt bedeuten:

Stufe 1: 12 °C

Stufe 2: 16 °C

Stufe 3: 20 °C

Stufe 4: 24 °C

Stufe 5: 28 °C

Die Striche zwischen den Zahlen stehen jeweils für 1 Grad Celsius. Manche Thermostate bilden neben den Zahlen auch Symbole ab. Diese haben folgende Bedeutung:

Schneeflocke: Frostschutz (6 °C)

Halbmond: Nachtabsenkung (14 °C)

Sonne: Grundeinstellung (20 °C)


Weitere Tipps zum Heizen:
 

  • Nicht nur das Heizen ist wichtig, sondern auch regelmäßiges Lüften. Drehen Sie die Heizung ab, wenn Sie die Fenster aufmachen und erst danach wieder auf. Alle Infos zum richtigen Lüften der Wohnung finden Sie in diesem Artikel.
  • Senken Sie die Temperatur in der Wohnung auf 18 °C, wenn Sie das Haus verlassen. Bei längerer Abwesenheit empfiehlt sich eine Temperatur um die 15 °C oder leicht darunter. Auch nachts kann die Temperatur in den Wohnräumen um 5 °C gesenkt werden.
  • Halten Sie den Heizkörper sauber, sodass er effizient arbeiten kann. Tipps zum Reinigen der Heizung haben wir hier für Sie zusammengestellt.
  • Verstellen Sie die Heizkörper nicht mit Möbeln oder anderen Einrichtungsgegenständen. So kann die Wärme nicht richtig an den Raum abgegeben werden.
  • Schließen Sie die Türen zu kühleren Räumen, um zu verhindern, dass dort warme Luft an den Wänden kondensiert. Das erhöht die Schimmelgefahr.

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