Wieland Storek (80) sucht und findet immer wieder Projekte, die ihn herausfordern und auch fit halten. Foto: Simon Granville

Der Leonberger Wieland Storek, Mitbegründer des Galerievereins und des Lions-Club Solitude, feiert heute seinen runden Geburtstag.

Im Vorfeld seines 80. Geburtstags hat er sich bereits mit der Familie in den Räumen des Galerievereins getroffen. Anders wäre es terminlich gar nicht möglich gewesen, alle unter einen Hut – oder besser gesagt: nach Leonberg zu bekommen. „Offiziell haben wir dann eben nicht meinen Geburtstag gefeiert, weil man das ja nicht im Voraus macht, sondern das Zusammensein mit allen“, sagt Wieland Storek.

 

In Leonberg ist der Jubilar, der am 12. Oktober 1944 im oberschlesischen Kreuzburg geboren wurde, ein bekannter Bürger. Und wem der Name Storek nicht so geläufig ist, der kann sich vielleicht noch an die von ihm im Jahr 2019 initiierte Hundeskulptur-Ausstellung auf dem Leonberger Marktplatz erinnern. Vom 20. bis 25. Juni hatte der Künstler Ottmar Hörl eine Vielzahl seiner schwarzen, löwenähnlichen Leonberger in Lebensgröße versammelt, die später allesamt verkauft wurden. Beste Werbung für die Stadt unterm Engelberg und auch für den Galerieverein, dessen zweiter Vorsitzender Wieland Storek 17 Jahre lang war – und er bringt sich dort noch immer ein. Der 80-Jährige war im Jahr 1996 auch Gründungsmitglied des Galerievereins. „Ich habe mich schon immer für Kunst interessiert.“ 1999 hatte er für die Verhüllung der „Pfleghofscheune“, der heutigen Galerie in der Zwerchstraße, gesorgt. 2001 erfreute ein Kunstpfad durch die Altstadt die Leonberger Bürger. Nicht nur in der Kunst, auch im sozialen Bereich ist Wieland Storek vielseitig engagiert. 1988 hatte er als Gründungsmitglied den Lions-Club Solitude aus der Taufe gehoben. Als Präsident des Clubs hatte er im Jahr 2013 den ersten Büchermarkt im Leo-Center ins Leben gerufen. Und noch immer wird bei diesem Ereignis Geld für gute Zwecke gesammelt. Zudem engagiert sich der Jubilar im Orgelausschuss der Leonberger Stadtkirche – mit dem Schwerpunkt Sponsorensuche.

Ein Reisender kommt in Leonberg an

Nach Leonberg kam Storek im Jahr 1980. Und noch nie zuvor hatte es ihn so lange an einem Ort gehalten. Storek war ein Reisender aus unterschiedlichen Gründen. Als er kaum ein Jahr alt war, musste die Mutter mit ihm und zwei älteren Geschwistern im Frühling 1945 durch die Tschechoslowakei nach München flüchten. Nach Stationen wie Hattingen an der Ruhr, Bad Hönningen und Linz am Rhein landete Storek im Jahr 1961 in Koblenz. Hier absolvierte er eine kaufmännische Lehre im Textilgroßhandel, arbeitete später für die unterschiedlichsten Firmen im Innen- und Außendienst – musste daher mit seiner Familie häufig umziehen. „Meine Frau hielt mir immer den Rücken frei.“ 1970 war er dann Objekteinrichter bei Knoll International in Frankfurt und in Stuttgart. 1976 stieg er zum Niederlassungsleiter für Knoll International erst in Hannover, später dann in Düsseldorf auf.

Im Schwabenland ließ sich die Familie dann nieder. Mit der „Möbel-Kiste Leonberg“ in der Steinbeisstraße machte sich Wieland Storek selbstständig. Später bezog er im Ramtel ein eigenes Geschäftshaus in Zeltbauweise, das der Warmbronner Architekt Frei Otto entworfen hatte. Aus wirtschaftlichen Gründen schloss er den Möbeleinzelhandel im Jahr 2004, war dann bis Ende 2014, bis zu seinem Ruhestand, Verkaufsleiter des Küchenpavillons an selber Stelle.

Ein ruhiges Geburtstagsfest

Mit 80 Jahren ist Wieland Storek noch immer in vielen Bereichen engagiert. Zuletzt machte er unter anderem bei Behörden auf das denkmalgeschützte Warmbronner Wohnhaus des verstorbenen Architekten Frei Otto – mit ihm waren die Storeks bis zu seinem Tod befreundet – aufmerksam. Denn die Nutzung ist noch immer ungewiss.

Seinen Ehrentag verbringt der Jubilar ruhiger. Mit seiner Frau wird er am Abend ein schönes Restaurant auf der Wielandshöhe in Stuttgart besuchen.