Geehrt: Georgette Tsinguirides mit ­Winfried Kretschmann. Foto: Ballett

Seit 70 Jahren ist Georgette Tsinguirides im Dienst des Stuttgarter Balletts, als Choreologin der Kompanie macht sie sich um John Crankos Vermächtnis verdient. Am Samstag hat ihr Ministerpräsident Winfried Kretschmann nach der Vorstellung im Opernhaus die Große Staufermedaille in Gold verliehen.

Stuttgart - Sie ist von so vielen Männern auf Händen getragen worden wie keine andere Frau. Seit 70 Jahren ist Georgette Tsinguirides im Dienst des Stuttgarter Balletts, als Choreologin der Kompanie macht sie sich um John Crankos Vermächtnis verdient. Den prunkvollen roten Sessel, der am Samstag im Opernhaus nach der Vorstellung auf der Bühne für sie aufgebaut wurde, hat sich die Deutschgriechin verdient.

„So viele Generationen sind durch Georgettes Finger gegangen!“, gratulierte Reid Anderson zum 70-Jahr-Dienstjubiläum. Der Ballettintendant schilderte dem Publikum, das die Jubilarin mit Standing Ovations feierte, mit welcher Leidenschaft sie nach wie vor Crankos Rollen jungen Tänzern vermittelt und dabei vor keiner Hebung zurückschreckt. Ministerpräsident Winfried Kretschmann dankte Georgette Tsinguirides im Namen des Landes und hatte die Große Staufermedaille in Gold für sie dabei. 70 Jahre im Dienst? „Das ist beeindruckend, wahrscheinlich ist das ganz einmalig“, so Kretschmann. Auch dafür, dass die 87-Jährige den „besonderen Geist“ wahrt, der das Stuttgarter Ballett seit Crankos Zeit beseelt, gilt ihr sein Dank. Dieser Geist war kurz zuvor zu besichtigen: Alicia Amatriain ließ sich da zum ersten Mal in Crankos „Poème de l’extase“ von Liebhaber zu Liebhaber reichen. Und sie tat es mit der genau richtigen Überdosis an Ausdruck, die es braucht, um sich in Jürgen Roses Klimt-Dekor behaupten zu können. Am Ende regnete es Rosen und Ballons auf eine Jubilarin, deren Präsenz eines der Ballettwunder ist, wie sie nur in Stuttgart möglich sind.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: