Die Feuerbacher Heide war die letzte mögliche Ersatzfläche für Mauereidechsen in Stuttgart. Weitere gibt es laut Gutachten nicht. Für 6000 der Tiere in Untertürkheim könnte das den Tod bedeuten. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski

6000 Mauereidechsen in Untertürkheim droht der Tod. Trotz strengen Schutzes werden sie wohl dem Projekt Stuttgart 21 weichen müssen. Die Bahn hat jetzt eine Ausnahmegenehmigung beantragt.

Stuttgart - . Lang und heftig ist sie gewesen, die Diskussion um streng geschützte Mauereidechsen in Stuttgart. Doch jetzt nimmt das Schicksal von rund 6000 der Tiere seinen Lauf. Die Bahn treibt ihre Planungen für den künftigen Stuttgart-21-Abstellbahnhof in Untertürkheim, wo die Tiere leben, voran. „Ein neuer planrechtlicher Antrag der Bahn ist am 11. Dezember bei uns eingegangen“, sagte eine Sprecherin des Eisenbahn-Bundesamts (Eba) unserer Zeitung. Eine Ausnahmegenehmigung für den Artenschutz sei darin „ebenfalls beantragt“ worden.

Die Projektpartner gehen also davon aus, dass sie die Tiere nicht umsiedeln müssen. Eine Suche nach möglichen Ersatzflächen ist über Jahre erfolglos geblieben. Zuletzt hatte ein Gutachten im Auftrag der Stadt ergeben, dass mit rund 140 000 Mauereidechsen viel mehr der geschützten Tiere in Stuttgart leben als erwartet – und dass es kein einziges geeignetes Ausweichgrundstück mehr gibt.

Die Aussicht, dass die streng geschützten Eidechsen vermutlich sterben werden, hatte Gartenbesitzer aus ganz Deutschland auf den Plan gerufen, die ihre Flächen anboten. Das lässt der Artenschutz aber nicht zu. Jetzt muss das Eba entscheiden – auf Grundlage einer Einschätzung der Naturschutzbehörden. Eine zeitliche Prognose hierfür sei nicht möglich, so die Sprecherin.

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