Stallwächterparty in Berlin: Bundesratsminister Peter Friedrich (SPD, von links nach rechts), Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne), Finanz- und Wirtschaftsminister Nils Schmid (SPD), seine Frau Tülay und Kretschmanns Frau Gerlinde Foto: dpa

Seit 50 Jahren ein fester Feiertermin in der Bundeshauptstadt: Bei der Stallwächterparty trifft Landes- auf Bundespolitik. Am Donnerstagabend hielten Kretschmann und Schmid Würstchen über den Grill.

Seit 50 Jahren ein fester Feiertermin in der Bundeshauptstadt: Bei der Stallwächterparty trifft Landes- auf Bundespolitik. Am Donnerstagabend hielten Kretschmann und Schmid Würstchen über den Grill.

Berlin - Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) hat bei der 50. Stallwächterparty mit rund 1500 Gästen in Berlin das offene Feuer gesucht - obwohl er nicht gerade ein Faible fürs Grillen hat. An langen Haselnussstöcken hielten er und sein Vize Nils Schmid (SPD) am Donnerstagabend Bratwürste über lodernde Flammen. So hatte 1964 die mittlerweile legendäre Stallwächterparty begonnen. In der Landesvertretung am Berliner Tiergarten verriet der Regierungschef aus Stuttgart aber: „Ich bin kein so ein Anhänger des Grillens, seit man die Pfanne erfunden hat.“

Zu dem populären Treffpunkt im politischen Berlin kamen unter anderem SPD-Bundestagsfraktionschef Thomas Oppermann, sein Grünen-Kollege Anton Hofreiter, Grünen-Bundeschef Cem Özdemir und fast die gesamte Ministerriege aus Baden-Württemberg. Auch US-Botschafter John B. Emerson schaute in der Landesvertretung vorbei.

„Die Stallwächterparty wird eine Institution bleiben“

Die erste Stallwächterparty hatte es vor 50 Jahren in Bonn gegeben - damals noch in der parlamentarischen Sommerpause, als einige Mitarbeiter Stallwache halten mussten. „Die Stallwächterparty wird eine Institution bleiben“, sagte Kretschmann, der neben Oppermann und Özdemir saß und an dem Abend nicht allein zum Feiern zu haben war. „Es werden hier auch wichtige Gespräche geführt“, meinte der Ministerpräsident. In Stuttgart hatte es zuletzt immer wieder Reibereien innerhalb der grün-roten Regierung gegeben.

Gesprächsthema war aber auch das bevorstehende WM-Finale der deutschen Fußball-Nationalelf in Brasilien. Kretschmanns Tipp: „Mindestens 2:1.“ Zwar habe die Nationalmannschaft nur wenige Spieler aus Baden-Württemberg, „aber wir stellen immerhin den Trainer und sind ganz dick dabei“. Jogi Löw kommt aus Schönau im Schwarzwald. Wo er die Partie gegen Argentinien am Sonntag anschauen wird, habe er noch gar nicht entschieden, sagte der Regierungschef.

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