Vor 50 Jahren erfanden Led Zeppelin sich selbst. Ein Bildband mit teils exklusiven Privatfotos der Musiker feiert die Geschichte einer der größten und wichtigsten Bands des Rock ’n’ Roll
Stuttgart - Wahrscheinlich war Rock ’n’ Roll ursprünglich nicht dafür gemacht, 50 Jahre zu überdauern. Lebe wild und hinterlasse eine gut aussehende Leiche – ungefähr so lief das. Auch vor den britischen Rockgiganten Led Zeppelin machte die alberne Rocker-Tugend nicht halt: 1980 verloren sie ihren Schlagzeuger John Bonham an das Chaos, den Alkohol und den Rock ’n’ Roll. Stark alkoholisiert erstickte er an seinem Erbrochenen. Led Zeppelin lösten sich als Band auf – das magische Viereck aus Bonham, Jimmy Page (Gitarre), John Paul Jones (Bass) und Robert Plant (Gesang) war gebrochen.
Nun ist es 50 Jahre her, dass „Led Zeppelin I“ erschienen ist, das erste Album der Band, die nicht nur Folk, sondern auch den Blues derart hart spielte, dass sie damit unzählige andere Bands auf den Plan rief. In nur 30 Stunden nahmen sie die Platte auf. Bereits im Oktober des Jahres erschien „Led Zeppelin II“.
Viel zugetraut hatte man Page, Plant, Jones und Bonham im Vorfeld offenbar nicht. Die Band würde abstürzen wie ein Zeppelin aus Blei („Lead Zeppelin“), mutmaßte The-Who-Schlagzeuger Keith Moon. So souverän, wie sie später mit negativen Kritiken umgegangen sind, machten Page und Co. das auch in diesem Fall: Zur Sicherheit strichen sie das „a“, um die Aussprache zu verdeutlichen: Led Zeppelin.
Als Led Zeppelin am 10. Dezember 2007 in der O2-Arena in London auftraten, wollten 20 Millionen Fans Karten für das Konzert kaufen. Am Schlagzeug saß Jason Bonham, der Sohn des verstorbenen John Bonham. Auch so etwas war im Rock ’n’ Roll nie vorgesehen. Wie fast alles, was Led Zeppelin getan haben.