Der Initiator des Rennens, Gerhard Merz, feuert die Radler an. Foto: factum/Bach

Vor 50 Jahren hat Gerhard Merz das beliebte große Rennen des RSC Komet initiiert. Olympiasieger und Tour de France-Teilnehmer waren einst dabei.

Ludwisgburg - In seinem Leben dreht sich alles ums Rad, seit er 1947 als eines der ersten Mitglieder beim RSC Komet einstieg. Und auch heute denkt Gerhard Merz nicht ans Aufhören. Auf das Rennrad zu steigen geht zwar nicht mehr, aber der Ehrenvorsitzende lässt es sich nicht nehmen, die Druckvorlage für das Eglosheimer Kriterium, das Radrennen des Vereins in Feinarbeit mit Schere und Kleber zu fertigen.

Bis zum vergangenen Jahr war der 87-Jährige der Organisator des Wettkampfs. Schließlich hat der ehemalige Betreiber eines Radsportgeschäfts einst das Rennen initiiert. Damals, 1967, ist er zwar selbst nicht mehr gefahren, war aber Trainer im Verein und gerne Zuschauer beim Radsport. „Früher gab es Rennen auf der Aschenbahn im Jahn-Stadion“, sagt er. Das sei sehr gefährlich gewesen, es gab viele Stürze. Nachdem diese Art von Rennen abgeschafft wurde, gab es in der Stadt keine Radwettkämpfe mehr. So kam er auf die Idee, eines in Eglosheim zu veranstalten.

Dietrich Thurau zwischen Tour de France und RSC-Rennen

Und zwar mit Start und Ziel vor seiner Haustür in der Teinacher Straße. Die Strecke um den Block eignet sich noch heute gut dafür. Eine Herausforderung ist die sechsprozentige Steigung im Nußackerweg. Zu den Hochzeiten fuhren bis zu 100 Teilnehmer im Hauptrennen mit. Darunter waren Spitzensportler wie Olympiasieger Jürgen Colombo, Junioren-Vize-Weltmeisterin Natascha Klewitz oder oder Dietrich Thurau, der durch seine Teilnahme an der Tour de France im Jahr 1977 Berühmtheit erlangte. Er trug damals 15 Tage lang das gelbe Trikot des Gesamtführenden. Thurau gewann das RSC-Rennen im Jahr 1974, als es das einzige Mal ausnahmsewise rund ums Breuningerland stattfand.

Damals habe es so sehr geregnet, dass viele Teilnehmer aufgaben. „Einer von uns – und zwar Raimund Rieger – hat aber durchgehalten, obwohl er mehrmals überrundet wurde“, erinnert sich der ehemalige Vorsitzende Frank Schwartz. Drei Gewinner gab es aus den eigenen Reihen des Vereins. Und selbst Kommentator Eugen Wondratsch, der über 30 Jahre lang das Rennen moderiert hat, gehört zu den Siegern. 1972 sei er schon an die 40 Jahre alt gewesen, aber dem „jungen Gemüse“ devongebraust. Beim Hauptwettkampf an Fronleichnam rasten rund 70 Teilnehmer an den Zuschauern vorbei. Insgesamt indes wurden sieben Rennen ausgetragen. Und zwar in den Klassen U11 bis U19 sowie in der C-Klasse und das der Klassen A, B und C im Spitzenwettkampf. Im C-Rennen fahren die jungen Amateure um den LBS-Cup, der in ganz Baden-Württemberg ausgetragen wird. Die Jüngsten müssen elf Runden der 900-Meter-Strecke bewältigen. Die 90 Runden des ABC-Rennen – also 81 Kilometer – hat Sieger Andi Mayer vom RSC Kempten am besten gemeistert.

Ein Wiedersehen mit vielen ehemaligen Teilnehmern

Ein Höhepunkt war aber auch das Wiedersehen mit vielen ehemaligen Teilnehmern, die Merz’ Schwägerin Marilene Hofbauer für ihn zum Jubiläum nach Eglosheim gelotst hatte. Sie ist Ehrenmitglied des Vereins. Gemeinsam wollen sie das Jubiläum mit vielen Erinnerungen feiern.

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