4K- und 6K-Fotokameras Nie den richtigen Moment verpassen

Von Julian Wenzel 

Noch vor wenigen Jahren investierten Sportfotografen mehrere tausend Euro in Kameras, damit sie 8 bis 15 Bilder pro Sekunde aufnehmen und somit den richtigen Moment festhalten konnten. Heute gibt es das wesentlich günstiger und mit 30 oder sogar 60 Bildern pro Sekunde. Wie das geht? Ein Erfahrungsbericht.

Als Fotograf sollte man nie den richtigen Moment verpassen. Wenn es allerdings um Sport-, Tier- oder Kinderaufnahmen geht, ist das gar nicht so einfach. Der perfekte Moment kann oft zwischen zwei Bildern liegen. Ärgerlich.

Panasonic ist dieses Problem angegangen und hat über die letzten Jahre die 4K-Fotofunktion in ihren Kameras etabliert. Die ermöglicht es 30 Bilder pro Sekunde (bei der Panasonic GH5 sogar 60) aufzunehmen. Den richtigen Moment verpasst man so garantiert nicht mehr.

Wie macht das die Kamera?

Ich konnte die Funktion mit der Panasonic Lumix G81 testen. Über ein eigenes Einstellrädchen lässt sich das Feature aktivieren. Drei verschiedene Modi stehen dann zur Verfügung. Sie regeln, ob ich den Auslöser dauerhaft oder nur zum Starten und Stoppen der Aufnahme gedrückt halten muss. Ist die 4K-Aufnahme erst einmal gestartet, nimmt die Kamera auf Wunsch lautlos 30 Bilder pro Sekunde auf. Bei vollem Autofokus und maximal knapp 30 Minuten lang – definitiv beeindruckend.

Zum Testen habe ich mich zu den Eisbachsurfern in München begeben. Die anspruchsvolle Welle sorgt für schnelle Bewegungen bei den Surfern. Ideal zum Testen. Die Kamera zeichnet die Sequenz im MP4-Format – also einem Videocodec auf. Die Auflösung wird dafür auf 8 Megapixel reduziert. Das ist wenig im Vergleich zu mehr als 20 Megapixeln, die bei Digitalkameras heutzutage üblich sind, reicht aber dennoch locker für Drucke bis DIN A4 aus.

Die neue Panasonic GH5 kann sogar 6K-Bilder aufnehmen – was eine Auflösung von 18 Megapixeln entspricht und damit ausreichend Auflösung auch für große Drucke liefert.

Wie finde ich das richtige Bild?

Das MP4-Format macht eine effiziente Speicherung möglich, sorgt allerdings für ein kleines Problem: Am Computer lassen sich die Einzelbilder mit herkömmlichen Fotobearbeitungsprogrammen nur umständlich extrahieren.

Panasonic stellt dafür ein intuitives und einfach verständliches Menü direkt in den Kameras zur Verfügung. Hier lassen sich die Bilder durchklicken und die entscheidende Aufnahme unkompliziert einzeln speichern. Aber auch alle 4K-Fotos einer Sequenz lassen sich problemlos auf die SD-Karte übertragen. Somit kann später am größeren Computerbildschirm der optimale Schnappschuss herausgesucht werden.

Wer gerne Sport fotografiert oder eine Familie mit Kindern hat, wird dieses Feature lieben. Ich war begeistert, wie viel mehr sich aus einer Situation herausholen lässt, wenn man den richtigen Fotomoment im Nachhinein wählen kann. Zudem finde ich es beachtenswert, dass Panasonic das Feature nicht nur den besseren Kameras vorbehält, sondern auch in den Einsteigermodellen  verbaut. Sicherlich ist die Funktion nicht das alles entscheidende Kaufargument, aber es ist eine Überlegung wert, ob man 4K-Fotos nicht doch gerne nutzen möchte.

 

Über den Autor:
Julian Wenzel freut sich eigentlich über jeden Pixel zusätzlich, um qualitativ alle Möglichkeiten mit seinen Aufnahmen zu haben. Nach dem Test der 4K-Funktion hat er allerdings eingesehen, dass der richtige Moment vielleicht doch wichtiger als ein paar Extrapixel ist. Er bekam jedenfalls so viele gute Bilder der Eisbachsurfer wie noch nie.