45 Versicherungsjahre, aber weniger als 1200 Euro Rente. Das geht viel zu vielen Menschen in diesem Land so. Das Rentensystem wird eine Baustelle bleiben. Aber es gibt eine Erkenntnis, die jetzt wichtig ist, kommentiert unser Korrespondent Tobias Peter.
45 Versicherungsjahre, aber weniger als 1200 Euro Rente: Das betrifft in diesem Land mehr als eine Million Menschen. Das ist ungefähr jeder Fünfte, der so lange eingezahlt hat. Es ist ein Ergebnis, das für die Betroffenen frustrierend ist. Das Versprechen, dass sich Leistung lohnt, wird bei der Rente nicht erfüllt – jedenfalls nicht für diejenigen, die viele Jahre für überschaubare Löhne arbeiten gegangen sind. Das muss sich ändern. Nur wie soll das funktionieren?
Der demografische Wandel bringt das deutsche Rentensystem ohnehin unter Druck. Es gibt immer mehr ältere Menschen – und im Vergleich dazu zu wenige junge. Die Rentenbeiträge werden steigen. Die Bundesregierung will zwar – vor allem auf Druck der SPD – das Rentenniveau gesetzlich stabilisieren. Doch dadurch wird unter anderem der Steuerzuschuss in die Rentenkasse noch weiter steigen müssen. Die Aussichten sind also unerfreulich.
Unerfreuliche Aussichten
Es gibt nicht die eine einfache Lösung, mit der sich das Problem in Luft auflösen ließe. Es wäre aber viel gewonnen, wenn die politisch Verantwortlichen stärker als bisher eine Erkenntnis beachten würden: Die Schere zwischen Arm und Reich wächst nicht ohne Grund. Diejenigen, die Geld haben, können es für sich arbeiten lassen. Genau das muss auch mit einem Teil des Geldes in der Rentenversicherung geschehen. Gerade Menschen mit geringen Einkommen, die sich selbst keine Aktien kaufen können, müssen die Chance bekommen von dem Reichtum, der dort entsteht, zu profitieren.
Es geht nicht darum, das Geld der Versicherten zu verzocken, sondern einen Teil davon über eine langfristige, gut ausbalancierte Strategie zu vermehren. Die Ampel plant, Geld für ein Generationenkapital zu leihen, es am Kapitalmarkt zu investieren und aus den Gewinnen die Renten zu stützen. Das ist ein zaghafter Anfang. Mehr nicht.