Für die Jubiläumsdoppelfolge der ZDF-Serie „Soko Stuttgart“ muss das Filmteam im Dunkeln drehen – und auch der Drehort sorgt für Herausforderungen.
Es ist dämmrig im Foyer des Landesmuseum Württemberg in Stuttgart, als drei schwarz gekleidete Gestalten schnellen Schrittes Richtung Ausgang gehen. Bevor man sich fragen kann, was es mit den Vermummten zu später Stunde im Alten Schloss auf sich haben könnte, ertönt ein lautes „Stopp!“. Die drei Männer geben ihre Fluchtpläne umgehend auf – und laufen zurück zum Ausgangspunkt. Denn zum Glück handelt es sich nicht um einen realen Überfall auf das Landesmuseum, sondern um Dreharbeiten für eine besondere Folge der ZDF-Serie „Soko Stuttgart“.
Fans des Ermittlerteams werden zum Anlass der 400. Sendung nicht nur eine Doppelfolge zu sehen bekommen – sondern auch einen extrem düsteren Fall. Das ist wörtlich zu verstehen, denn die Krimiserie lässt Stuttgart in Dunkelheit versinken: Einbrecher haben einen Stromausfall ausgelöst, um im Landesmuseum kostbare Stücke entwenden zu können. Doch dann kommt es zu einem Zwischenfall.
Seit 2009 wird in Stuttgart schon ermittelt, an vielen prägnanten Orten in der Stadt und in der Region wurde bereits gedreht – doch die Jubiläumsdoppelfolge ist auch für das erfahrene Filmteam außergewöhnlich. Da die Handlung nur innerhalb einer Nacht spielt, müssen alle Außendreharbeiten auch nachts stattfinden. Astrid M. Fünderich, die seit der ersten Folge die Kriminalhauptkommissarin Martina Seiffert spielt, kommt zu später Stunde zum Alten Schloss und erzählt: „Für die Doppelfolge drehen wir zwei Wochen im Dunkeln – auch im Studio werden die Fenster abgehängt.“ Bei zwei von insgesamt fünf Außen-Nachtdrehs ist sie dabei: „Im Alten Schloss bin ich beteiligt, und dann haben wir noch auf dem Schillerplatz eine Schießerei gedreht – das hat Spaß gemacht.“
Das „Soko Stuttgart“-Filmteam dreht zwischen alarmgesicherten Vitrinen
Besondere Drehorte bringen auch besondere Herausforderungen mit sich. Im Kellergewölbe des Alten Schlosses inmitten von Vitrinen mit wertvollen Uhren musste sich das sonst so wuselige Drehteam äußerst behutsam bewegen. „Bei der kleinsten Erschütterung wäre automatisch ein Alarm ausgelöst worden, inklusive anrückendem Großaufgebot der Polizei. Doch unser Team hat die Herausforderung mit Bravour gemeistert“, erzählt Regisseur Rainer Matsutani. Er hat bereits zahlreiche Folgen für die „Soko Stuttgart“ gedreht und sieht es als Ehre an, die Jubiläumsdoppelfolge inszenieren zu dürfen. „In den vielen Jahren hat sich bei mir hier in Stuttgart so etwas wie ein zweites Heimatgefühl entwickelt“, sagt er. Auch Astrid M. Fünderich ist in Stuttgart heimisch geworden, lebt sie doch mit ihrer Familie seit 17 Jahren hier, länger als sonst irgendwo, wie sie sagt. „Das hätte ich mir nicht träumen lassen. Anfangs ging ich von drei, vier Jahren aus. Es hat sich aber zu einem großen Privileg entwickelt, so lange in einer Serie sein zu dürfen und damit auch alle möglichen Krisen zu überstehen“, sagt die 61-Jährige.
Die meiste Zeit während der Dreharbeiten verbringen sie und ihre Kollegen und Kolleginnen im Römerkastell, wo das „Soko Stuttgart“-Studio angesiedelt ist. Hier findet man neben dem Polizeirevier, den Wohnungen der Ermittelnden und einer Bar auch ein Krankenhauszimmer, das in der Jubiläumsfolge von Bedeutung sein wird.
Denn im Krankenhaus endet der zweite Handlungsstrang neben dem Kriminalfall, für den sich die „Soko“ prominente Unterstützung aus Stuttgart geholt hat: Der Blindenfußballer Mulgheta Russom spielt sich selbst und der Comedian Özcan Cosar einen übereifrigen Security-Mann. Gemeinsam mit dem Automechaniker Schrotti (gespielt von Michael Gaedt, der für das schwäbische Flair sorgt) kümmern sie sich um eine Hochschwangere (Mai Duong Kieu), deren Wehen inmitten des Chaos eingesetzt haben.
Das Finale der Jubiläumsfolge spielt sich im „Krankenhaus“ ab. „Unglaublich, wie anstrengend das ist und welcher Aufwand betrieben wird. Meine Hochachtung!“, sagt der Comedian während der Dreharbeiten. Auch Mulgheta Russom gefällt es am Set, und auf die Frage, ob er sich eine Zukunft auch als Schauspieler vorstellen könnte, antwortet er lachend: „Ich bin Fußballer, aber das kann man nicht ewig machen. Ja, vielleicht schwäbisches Hollywood!“ Cosar denkt schon weiter: „Es wäre mein Traum, einen Psychopathen zu spielen.“ Doch viel Zeit für Träumereien bleibt den beiden Neu-Schauspielern nicht, denn der Aufnahmeleiter ruft sie schon wieder herbei.
Die 17. Staffel der „Soko Stuttgart“ mit der Jubiläumsfolge wird im Herbst 2025 im ZDF zu sehen sein.