Stefan Spatz, Leiter des Sozialamts, bedankte sich bei den Ehrenamtlichen, die sich in den Jahrzehnten eingebracht haben. Foto: Tilmann Baur

Als unverzichtbaren Ort der Begegnung und der Dienstleistung lobte die Bezirksvorsteherin Brigitte Kunath-Scheffold das Lothar-Christmann-Haus in Hoffeld. Die Einrichtung hat am 17. November ihr 40-jähriges Bestehen gefeiert.

Hoffeld - Mit einem Büffet, Sekt, bunten Luftballons, Vorträgen und einem Variétéprogramm der Sängerin und Entertainerin Ines Martinez hat das Lothar-Christmann-Haus am 17. November seinen 40. Geburtstag gefeiert. Nach einleitenden Worten von Hausdirektorin Elisabeth Dittrich ließ ihr Mann Jürgen Dittrich, der Geschäftsführer der Paritätischen Sozialdienste (Pasodi), die Geschichte des Hauses Revue passieren.

Genau 40 Jahre vorher, am 16. November 1976, war das Lothar-Christmann-Haus in Betrieb gegangen. 26 Millionen D-Mark habe der Bau damals gekostet. 87 vollstationäre Pflegeplätze in drei Wohngruppen bietet das Haus heute. Seit der Eröffnung habe sich viel verändert, sagte Dittrich. Allen voran die Ansprüche an altersgerechtes Wohnen. So sei man 1987 dazu übergegangen, Einzelzimmer einzurichten. Die „eigenen vier Wände“ seien lange nicht selbstverständlich gewesen.

Die Boulebahn war ein Reinfall

Auch Kurioses hatte der Pasodi-Geschäftsführer zu berichten. So sei die Belegschaft mitsamt Hausbewohnern am 11. August 1999 aufs Hausdach gestiegen, um die angekündigte totale Sonnenfinsternis zu erleben – doch außer einem wolkenverhangenen Himmel gab es nichts zu sehen. „Einmal kam eine Karnevalsgemeinschaft ins Haus, ein anderes Mal gab es einen Weihnachtsbaumverkauf“, erzählte Dittrich. Er dankte den Kirchen für ihr Engagement. Dies sei nicht selbstverständlich in einem weltanschaulich neutralen Haus.

Der Versuch der Leitung, den Bewohnern die chinesische Meditations- und Bewegungsform Qigong schmackhaft zu machen sei gescheitert. Ebenso entpuppte sich die Boulebahn – eine Einrichtung, die in französischen Seniorenheimen selbstverständlich ist – als Reinfall. „Die Schwaben sind halt doch nicht so frankophil“, resümierte Dittrich schmunzelnd. Das Haus jedenfalls habe sich über die Jahre zum sozialen Zentrum in Hoffeld entwickelt.

Die ehrenamtlichen Helfer sind ein Juwel

Die Bezirksvorsteherin Brigitte Kunath-Scheffold erinnerte an den Weg vom Pflegeheim zur Seniorenresidenz. Der sei nicht immer einfach gewesen, habe sich aber gelohnt. Heute, so Kunath-Scheffold, sei das Lothar-Christmann-Haus für Hoffeld ein unverzichtbarer Ort der Begegnung und der Dienstleistung. Die 1996 eröffnete Postfiliale, das Café und das Schwimmbad bezeugten das.

Für Stefan Spatz, den Leiter des Stuttgarter Sozialamts, steht das Lothar-Christmann-Haus allen voran für qualitativ hochwertige Pflege. Spatz war anstelle von Bürgermeister Werner Wölfle gekommen, der auf Dienstreise weilte. Offenheit, Vielfalt und vor allem Toleranz seien heute gefragte Werte. Auf die Fahnen könne sich diese jeder schreiben. „Hier im Haus wird das aber auch gelebt – das merkt man schon, wenn man zur Tür reinkommt“, sagte Spatz. Er selbst sei regelmäßig im Haus zu Gast und wisse deshalb, wovon er spreche.

Spatz erinnerte an die vielen Menschen, die in den vergangenen 40 Jahren beherbergt wurden. Das Haus werde weiter mit der Zeit gehen und sich den Pflegestandards anpassen, so der Sozialamtsleiter. In sein Lob schloss Spatz ausdrücklich das Engagement der Ehrenamtlichen mit ein. Diese seien „ein Juwel“, so Spatz. „Die Hausbewohner spüren, wenn sie Wertschätzung von Leuten außerhalb des Hauses erfahren, die unentgeltlich tätig sind.“

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