Seit 30 Jahren unterstützt ein Förderverein das Freilichtmuseum in Beuren (Kreis Esslingen). Er zählt knapp 3000 Mitglieder – viele von ihnen spenden nicht nur Geld.
Ohne ihn gäbe es kein Museumslädle, keine Schauküche, keine Pädagogik-Scheuer, kein Foto-Atelier, keine gespielte Geschichte: Das Freilichtmuseum in Beuren wäre ohne seinen Förderverein um viele Attraktionen ärmer, sind der Vorstandsvorsitzende Hans Weil und seine Mitstreiter überzeugt. Museumsleiterin Steffi Cornelius, zugleich die stellvertretende Vorsitzende des Fördervereins, sieht die „gute, enge und vertrauenswürdige Zusammenarbeit als Garant für tolle Projekte“.
Seit seiner Gründung am 21. Juni 1994 unterstützt der von anfänglich 80 auf inzwischen fast 3000 Mitglieder angewachsene Förderverein die Einrichtung des Landkreises Esslingen auf vielfältige Weise. Bislang wurden rund eineinhalb Millionen Euro für Anschaffungen und Umbauten zur Verfügung gestellt, blickt der Vorstand stolz auf 30 Jahre zurück. Die Mitgliedsbeiträge sind dabei eine wichtige Einnahmequelle: Mit 25 Euro pro Jahr kann jeder Erwachsene die Arbeit unterstützen, der Familienbeitrag beträgt 40 Euro. Im Gegenzug erhalten die Vereinsmitglieder freien Eintritt ins Museumsdorf mit seinen 25 historischen Gebäuden.
Mit kleinen Dingen Großes bewirken
So manches Großprojekt hat der Förderverein finanziell mitgetragen, darunter den Aufbau des spätmittelalterlichen Bauernhauses aus Aichelau. Doch oft sind es die kleinen Dinge mit großer Wirkung, die die Besucherfreundlichkeit ausmachen. Deshalb spendierte er Sitzgelegenheiten, schaffte die Leiterwägelchen für die Besucherfamilien an und pflanzte eine schattenspendende Rosskastanie in der Gartenwirtschaft. Sein neuestes Projekt ist der Themen-Spielplatz, der derzeit entsteht und in der kommenden Saison eingeweiht werden soll. Die Gestaltung ermöglicht der Förderverein mit 350 000 Euro.
Vor allem aber ist es die ehrenamtliche Tätigkeit, mit der die Mitglieder zur Belegung des Museums für ländliche Kultur beitragen. 160 Freiwillige arbeiten zurzeit in zehn Themen-Teams mit. Sie betreiben zum Beispiel den Kolonialwarenladen, bewirtschaften die Museumsgärten mit ihren alten Obst- und Gemüsesorten, pflegen fast in Vergessenheit geratene Handarbeitstechniken, backen und kochen, unterhalten die Besucher mit historischen Inszenierungen. Mit ihrem unentgeltlichen Engagement helfen sie dabei, die Lebenswelt früherer Generationen zu vermitteln, damit die Nachwelt etwas für die Zukunft lernen kann. Alte Kleidung zu recyceln, Reste zu verwerten und sorgfältig mit den vorhandenen Ressourcen umzugehen, das war damals üblich und ist heute ein Trend, dem der Förderverein mit etlichen Veranstaltungen im Museumsdorf Rechnung trägt.
Infos über den Förderverein findet man hier: www.foerderverein-freilichtmuseum-beuren.de