Die Galerie Renz besteht seit 25 Jahren. Ingrid Renz ist vielfältig in der Stadtgesellschaft vernetzt und sagt, was ihr an Kunst besonders Freude macht.
Ingrid Renz steht inmitten ihrer Galerie und nimmt ein Bild zur Hand, das sie derzeit besonders mag: Es zeigt Venedig mit seinenBrücken, engen Wasserstraßen und den einzigartigen Wahrzeichen der Lagunenstadt, den Gondeln. „Ein Sehnsuchtsort“, sagt Ingrid Renz. „Wir werden im Frühjahr nach Venedig reisen“, sagt ihr Mann Klaus Renz. Dort wollen sie auch eine Werkstatt mit Siebdruck besuchen. Das Bild ist ein Gemeinschaftswerk der beiden Künstlerinnen Sabine Scharkowski und Simone Weigend.
Immer wieder holen sich Klaus und Ingrid Renz neue Inspirationen. So haben sie auch das kleine Örtchen Kirchberg in Hohenlohe besucht. Das Residenzstädtchen, malerisch hoch über der Jagst gelegen, besitzt ein Schloss. In dem ist das Atelier der Künstlerin Sonja Streng untergebracht. Werke von Sonja Streng wurden für das Jubiläum in der Galerie Renz neu aufgenommen.
Ingrid Renz tritt an eine Wand in der Galerie und zeigt auf eine Reihe von Bildern. Die Werkgruppen haben Titel wie „Trautes Heim“ oder „Perlonbilder“. „Wir haben die Künstlerin ganz neu kennengelernt“, sagt Ingrid Renz und zeigt begeistert ein weiteres Werk, das einen Kinderwagen verloren vor einer Reihe grauer Plattenbauten zeigt.
Neu in der Galerie sind auch Keramikarbeiten von Petra Ade aus Murrhardt
Neu aufgenommen in der Galerie wurde auch Keramik und Malerei auf Holz und Karton von Petra Ade. Sie hätten sie in ihrem Atelier im Wolkenhof in Murrhardt besucht, berichtet Ingrid Renz. Deren Marktfrauen und Engelbretter haben nun auch einen Platz in der Galerie, und eine der Marktfrauen ist ganz groß auf dem Banner gelandet, das außen an dem markanten Gebäude in der Fellbacher Pfarrstraße auf 25 Jahre Galerie Renz hinweist.
Ingrid Renz führt nun ein Vierteljahrhundert die Galerie. Seit 13 Jahren hat die Galerie ihren Sitz mitten im Herzen von Fellbach – in dem Haus, das manche vielleicht noch aus den Zeiten kennen, in denen dort das Café Wöhrle untergebracht war. Das Gebäude hat Charme. Ingrid Renz wohnt mit ihrem Mann Klaus, der im Hauptberuf Entwicklungsleiter einer kunststoffverarbeitenden Firma war und mit 79 Jahren in der Branche weiterhin tätig ist, in dem denkmalgeschützten Haus, im Alten Pfarrhaus.
Galerie und Wohnung sowie der kleine, malerische Garten sind sozusagen ein Gesamtkunstwerk. Auch in ihren Wohnräumen ist ihr Faible für Gestaltung zu spüren. Sie umgibt sich mit Dingen, die eine persönliche Geschichte erzählen. Es war auch schon ein ganzes Fernsehteam in ihrer Wohnung da. Der SWR hatte einen Beitrag gedreht unter dem Titel „Wohnen im Mini-Format“.
Für Ingrid Renz gehört es dazu, sich in der Stadtgesellschaft einzubringen. Kooperationen mit dem Fellbacher Stadtmuseum sind das beispielsweise. „Wir fühlen uns wohl in Fellbach“, sagen die beiden unisono. So sei es ein Glücksfall gewesen, dass die Fellbacher Goldschmiedin Imke Sperling sie damals darauf aufmerksam gemacht hätte, dass die Räume des ehemaligen Cafés vermietet werden sollten. Damit ist die Galerie wieder nach Fellbach zurückgekehrt. Zuvor war diese in Stuttgart-Mitte in der Sophienstraße. „Doch dort hatte sich das Umfeld stark verändert“, erinnert sich Ingrid Renz, sodass der Umzug nach Fellbach willkommen war.
Schließlich kannte das Ehepaar Renz die Stadt Fellbach bereits, war die Galerie doch von 2000 bis 2005 in der Hinteren Straße 20 ansässig. Am Anfang der Galerie stand ein Konvolut der Druckgrafiken von HAP Grieshaber. Bei der Jahresausstellung zum 25-Jahr-Jubiläum ist ein bunter Mix an Exponaten mit Druckgrafik, Malerei und Skulptur zu sehen. Auch Abi Shek mit Holzschnitten und Tusche auf Leinwand ist dabei. Und immer wieder sorgt die Galerie Renz für Hingucker auch am Gebäude: etwa mit den großen Bannern mit Motiven des Künstlers Meinrad Hoyer, die sich über die Front des Hauses erstreckten.
„Kultur gehört zum Leben“ – Ingrid Renz über ihre Galerie
„Kultur gehört zum Leben“, sagt die 75-Jährige mit Überzeugung. Spannend sei für sie der Umgang mit der Kunst, den Künstlern – und auch mit den Kunden sei sie stark verbunden. Manche enge Kontakte bestünden noch mit Kunden der ersten Stunde. Der Platz mitten im Rathaus-Carrée sei ganz genau der richtige für ihre lebendige Galerie.
Die Galerie Renz hat auch an Silvester bis 13 Uhr geöffnet. Sie befindet sich in der Pfarrstraße 1 in Fellbach. Infos unter www.galerie-renz.de.