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Die deutsche Hairforce hat zugeschlagen. In New Mexico sind die Piloten der Bundeswehr mit Perücken geschmückt zur Gratulationscour angetreten und haben die Fantastischen Vier mit einem besonderen Geschenk zur Silberhochzeit beglückt: Einem Video auf der Facebook-Seite der Fantas.

Die deutsche Hairforce hat zugeschlagen. In New Mexico sind die Piloten der Bundeswehr mit Perücken geschmückt zur Gratulationscour angetreten und haben die Fantastischen Vier mit einem besonderen Geschenk zur Silberhochzeit beglückt: Einem Video auf der Facebook-Seite der Fantas. Zu finden auch bei youtube. Die Luftikusse haben zu dem neuen Fanta-Song „25“ den Himmel über der Wüste gerockt, und ihr Flugzeug, eine Extra 330 LC, zum Tanzen gebracht. Es wackelt, wippt, rollt – schon vom Zuschauen wird einem schlecht. Und die Jungs lassen dabei im Cockpit ihre Kunsthaare wehen, spielen Plastikgitarre und singen Playback, als ob sie ganz sicher auf dem Wüstenboden stehen würden. Arne Häußler ist einer der Piloten, er hatte mit Marco di Prima und Ralph Bauer die Idee zur „Kunstflugversion“. Er schreibt auf der Facebook-Seite der Fantas: „Es hat uns irre Spaß gemacht, zu eurer Musik zu fliegen.“ So sieht es auch aus. Aber weiß eigentlich Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen, was ihre Piloten in den USA so ­treiben?

Luftwaffe Tornadostaffel gratuliert den Fantastischen Vier from M Di Prima on Vimeo.

Stationiert sind sie auf der Holloman Air Force Base im amerikanischen Bundesstaat New Mexico. Der liegt an der Grenze zu Mexiko, ist so groß wie Deutschland hat aber gerade mal zwei Millionen Einwohner. Da kann man also tun, was man sonst nicht machen darf, wenn man viele Nachbarn hat. Etwa Atombomben testen, oder Kampfjets fliegen. Deshalb sind hier auch 600 deutsche Soldaten stationiert, die auf dem Kampfflugzeug Tornado üben. Dass sie dies seit 1996 unter deutscher Flagge tun, erzürnte einige amerikanische Spinner. Sie ereiferten sich über die Invasoren, diese seien vom damaligen US-Präsidenten Bill Clinton und den Vereinten Nationen ins Land geholt worden, um die USA zu besetzen, und die Einheimischen in Lagern zu internieren. Nun ja, jedem seine Macke. Allerdings sind die Deutschen nicht so harmlos wie sie tun. Mittlerweile gibt es in der Nähe sogar ein „German Oktoberfest“, das kann man wahrlich als Anschlag auf den guten Geschmack verstehen.

Doch deutsche Kultur, das ist Gott sei dank nicht nur Dirndl und Humtata, sondern auch die Fantas. Seit 25 Jahren machen sie zusammen Musik. Angefangen hat es mit einem Konzert am 7. Juli 1989 in Stuttgart-Wangen, unter dem Namen „Terminal Team“. Wenig später wurden sie die Fantastischen Vier. Und wie singen sie in ihrem neuen Lied: „Wenn unser Name fällt, denkt kein Mensch mehr an Marvelhelden!“ Die Fantastischen Vier, das sind nicht mehr die Comicfiguren das Ding, die Fackel, die Unsichtbare und Mr. Fantastisch, sondern Thomas D., Smudo, And Y, und Michi Beck. Zum Geburtstag gönnen sie sich in ihrem Ständchen an sich selbst gleich noch ein bisschen Größenwahn: „Viele haben viel zu früh die Schnauze voll, wie John und Paul, George und Ringo, hätten die sich noch ein bisschen Zeit genommen, dann wären sie sicher auch so weit gekommen.“ So ist’s recht, Schluss mit dieser schwäbischen Bescheidenheit. Die Stuttgarter Beatles kennt man schließlich sogar in New Mexico. Und offenbar geraten die Fantas auch nicht in Gefahr demnächst bei SWR 4 gespielt zu werden. Die deutschen Piloten sehen so aus, als ob sie zu „Die da“ noch die Windel im Schritt wiegten. Auch die nächste Generation fliegt auf HipHop made in Stuttgart.

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