Der 24-Stunden-Lau führt erstmals nicht nur auf Asphalt durch die Stadt. Foto: Horst Rudel

Rund um die Uhr haben mehr als 120 Läufer in Uhingen Hindernisse druchrobbt, überklettert oder durchwatet, gegen den inneren Schweinehund und für einen guten Zweck.

Uhingen - Süßen und Eislingen können einem fast leid tun. Auch sie haben einen verkaufsoffenen Sonntag hinter sich, für den sich Ehrenamtliche alles Mögliche an Attraktionen haben einfallen lassen. Das Spektakel des Wochenendes mit den meisten Besuchern allerdings spielte sich eindeutig in Uhingen ab. Dort quälten sich zum verkaufsoffenen Sonntag mehr als 120 Läufer in 32 Teams 24 Stunden lang erstmals nicht auf dem traditionellen Rund-um-die-Uhr-Straßenrennen, sondern über einen gemeinen 2,2 Kilometer langen Hindernissparcours. Für jeden gelaufenen Kilometern spendeten Sponsoren zwei Euro für einen guten Zweck.

Matschlöcher und steile Wände

Die Strecke verlangte auch den hartgesottensten Hindernisläufern alles ab. Dabei begann der Kurs noch verhältnismäßig konventionell. Ein paar Steilwände galt es zu überklettern, dann Sandsäcke zu schleppen und endlich durch eine enge Röhre zu kriechen. Unter anderem hatten die Veranstalter rund um den Organisator Björn Hahn auch zwei etwa hüfttiefe Matschlöcher ausgehoben.

Auf der Strecke waren überdies etliche Traktor- und Lkw-Reifen verbaut, weitere Kletterwände aufgestellt und Stolpernetze ausgelegt und schließlich war da noch die Fils. Auf einer Strecke von 150 Metern galt es, den knietiefen Fluss zu durchwaten. Die Strickleitern, an denen die Läufer dann senkrecht herausklettern mussten, hatten die Veranstalter für die Nacht entschärft. Ebenso wie das Stolpernetz, das erst am nächsten Morgen wieder aufgespannt wurde und die fünf Meter hohe Kletterwand. In der Nacht, sanken die Zeiten trotz verminderter Hindernisse merklich. Während sich die Spitzenläufer (Bestzeit rund sechs Minuten) bei Rundenzeiten um zwölf Minuten einpendelten, nahmen sich andere bis zu einer halben Stunde Zeit.

Wenn die Kräfte schwinden wird abgesperrt

„Die Sicherheit der Läufer geht vor. Die Wand und die Strickleitern haben wir nachts, wenn die Kräfte nachlassen, deshalb aus dem Rennen genommen“, erklärte Björn Hahn. Überhaupt stand der Veranstalter während des Rennens unablässig mit den Läufern in Kontakt, um auf Hinweise zu reagieren. „Die meisten Teilnehmer finden es super. Das entlohnt die zahllosen Helfer für die monatelange Vorbereitung “, berichtete Hahn.

Simon Bombera schloss sich dem an. Der Hobbyläufer krebste mit seinem Team zwar im Mittelfeld herum und hatte mit dem Sieg gegen Ausdauersportteams und Polizeibeamte nichts zu tun. Nicht nur müde und dreckig, sondern auch glücklich wirkte er dennoch. „Es macht Spaß. Es gibt witzige Hindernisse und die Leute sind gut dabei“, meinte der 36-jährige Lehrer. Dabei passieren bei einem solchen Rennen die tollsten Sachen. Zwei Teilnehmer des Mixed-Teams „Schieren“ fanden sogar Zeit für eine Verlobung – mitten in der Fils.

Tausende Schaulustige säumen die Strecke

Das Spektakel zog nicht nur Läufer aus ganz Deutschland, sondern auch Zuschauer rund um die Uhr an. Einige Tausend säumten zeitweise die Strecke, manche blieben bis tief in die Nacht. Am Sonntag um 16 Uhr standen die Sieger fest: 130 Runden schaffte das Team „Fitone Getting Tough“, eines von drei Thüringer Teams. Platz zwei machte die Polizeimannschaft mit 119, Platz drei das Sparda Team und das Mixed-Team „Never give up“ mit je 117 Runden. Insgesamt wurde eine Spendensumme von mehr als 12 000 Euro erlaufen.

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