Martin Harnik und Christian Genter (re.) bejubeln ihren Supersieg gegen Eintracht Frankfurt. Foto: Baumann

Vor viereinhalb Jahren haben sich der VfB Stuttgart und sein nächster Gegner Eintracht Frankfurt eine unvergessene Partie geliefert.

Stuttgart - Wofür bezahlt der Fußball-Fan am Kassenhäuschen? Für Tore! Angenommen in Gladbach hat am 29. April 1978 eine Stehplatzkarte zwölf Mark gekostet, dann hat der Zuschauer beim 12:0-Kantersieg der Fohlen gegen Borussia Dortmund exakt eine Mark pro Treffer bezahlt. Nicht weit weg von dieser traumhaften Quote waren VfB-Fans, die am 16. November 1974 nach Frankfurt pilgerten, um dort Zeugen eines sehr unterhaltsamen 5:5 zu werden. Zehn Buden in einem Spiel, da kann man nicht meckern.

Ohnehin scheint den Stuttgartern der Frankfurter Rasen zu liegen, um nicht zu sagen: Dort flutscht die Pille. Denn erst am 25. Oktober 2014 gewann der VfB Stuttgart bei der Eintracht mit 5:4, und wenn die Schwaben sich für das Auswärtsspiel am Sonntag (18 Uhr) gegen die in dieser Saison erstaunlich starken Frankfurter richtig motivieren wollen, dann sollten sie sich diesen famosen 5:4-Erfolg noch einmal per Video angucken. Irgendwo wird das Filmchen ja noch im VfB-Archiv zu finden sein.

Und plötzlich ging die Post ab

In der 21. Minute brachte Alexander Madlung die Gastgeber in Führung – danach ging bei den Brustring-Kickern die Post ab. Zweimal Martin Harnik und einmal Christian Genter brachten den VfB gleich mal imposant mit 3:1 in Front. Den Sieg sozusagen schon eingetütet, fielen die Stuttgarter dann aber in eine kleine Phase der Lethargie, was Alexander Meier, Stefan Aigner und abermals Madlung mit drei Toren bestraften – also lag die Eintracht mit 4:3 wieder vorn. In der 81. Minute erzielte dann Timo „Turbo“ Werner den Ausgleich, ehe Gentner in der 84. Minute eine der verrücktesten Partien der Bundesliga-Geschichte für den VfB Stuttgart entschieden hatte.

Danach lagen bei der Eintracht die Nerven blank. Haris Seferovic, der dem Schiedsrichter-Assistenten nach einer Entscheidung per Handgeste die „Brille“ zeigte, wurde von Schiri Christian Dingert kurz nach Gentners Sieg-Treffer des Feldes verwiesen. Der VfB schaukelte den Sieg also nach Hause, und die Fans befanden sich auf der Heimreise ganz im Glück: Selten war an einem Fußball-Nachmittag das Preis-Leistungsverhältnis so brillant.

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