Vereint im Gedenken an die Toten von Waterloo: Das Großherzogspaar von Luxemburg und die Königspaare von Belgien und den Niederlanden. Foto: REUTERS POOL

Vor 200 Jahren läutete die Niederlage bei Waterloo das Ende der Herrschaft Napoleons über Europa ein. Am Löwenhügel bei Brüssel gedenken Europas gekrönte Häupter der Schlacht, die alles veränderte. Und auch in Großbritannien erinnert man sich.

Waterloo - Mit einer großen Gedenkzeremonie ist in Belgien an die Schlacht von Waterloo erinnert worden. Zum 200. Jahrestag des historischen Kriegsereignisses trafen sich am Donnerstag Staatsoberhäupter und Regierungsvertreter zu einem Festakt an der Gedenkstätte Löwenhügel südlich von Brüssel.

Unter den prominenten Gästen waren der belgische König Philippe mit seiner Frau Mathilde, der niederländische König Willem-Alexander mit seiner Frau Máxima sowie der luxemburgische Großherzog Henri von Luxemburg mit seiner Frau Maria Teresa. Die Bundesregierung wurde durch den deutschen Botschafter Eckart Cuntz vertreten.

„Die Feinde von gestern sind zu den zuverlässigsten Verbündeten geworden“, sagte der belgische Premierminister Charles Michel in einer Ansprache. Er wolle zum Jahrestag vor allem die Aussöhnung feiern.

Auch in Großbritannien wurde der Schlacht, die das Schicksal Europas veränderte, gedacht: In der St. Paul's Cathedral nahmen der britische Thronfolger Prinz Charles und seine Frau Camilla an einem Gedenkgottesdienst teil.

45.000 Soldaten fielen am Löwenhügel

Die Schlacht von Waterloo gilt als Endpunkt der Herrschaft des französischen Kaisers Napoleon I. und leitete in vielen Ländern Europas eine Phase des Friedens ein. Napoleons Truppen unterlagen damals gegen ein Bündnis aus Briten, Preußen und Niederländern. Insgesamt sollen bei den Kämpfen mehr als 45.000 Soldaten gefallen sein. Die Gemeinde Waterloo gehörte damals zum Königreich der Vereinigten Niederlande.

An diesem Freitag und Samstag wird die Schlacht mit 5000 Statisten nachgestellt. 300 Pferde, tonnenweise Schwarzpulver und 100 Artilleriegeschütze sollen die Inszenierung so authentisch wie möglich machen. Zwei historische Bauernhöfe sind extra neu entstanden, ebenso ein Nachbau jenes Friedhofs, von dem aus der preußische Angriff auf die Franzosen begann. Die Karten für das Spektakel sind bereits ausverkauft. Es werden Tausende Besucher erwartet.

Bereits zur Gedenkzeremonie am Donnerstag wurde eine kleine Kostprobe gegeben. Vor den Augen der Prominenz aus Adel und Politik gingen ein Stuntreiter und sein Pferd nach einem Schussgeräusch zu Boden. Die Szene sollte daran erinnern, was vor 200 Jahren zahllose Male in der Gegend geschah.

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