Chris Führich (r) macht mit seinem Treffer zum 2:0 den Stuttgarter Doppelschlag perfekt. Foto: Harry Langer/dpa

Der VfB nimmt aus dem Sieg im Landesduell in Freiburg reichlich Schwung mit in den Pokal-Kracher gegen Leverkusen. Deniz Undav, Maximilian Mittelstädt und ein verletzter Verteidiger stehen im Fokus.

Freiburg - Mit bandagiertem linkem Fuß und stolzgeschwellter Brust stand Maximilian Mittelstädt im Kabinengang. "Wir haben jetzt viel Selbstvertrauen", sagte der Abwehrspieler des VfB Stuttgart. "Ich glaube, auch Leverkusen wird nicht erfreut sein, dass wir jetzt kommen."

Er erwarte im DFB-Pokal-Viertelfinale bei Bayer ein "Spiel auf Topniveau", so der 26-Jährige. Womöglich ist der VfB, der sein Tief vom Jahresbeginn überwunden hat, die erste Mannschaft, die die Werkself in dieser Saison besiegen kann.

Das 3:1 (2:1) im Landesduell beim SC Freiburg dürfte den Schwaben jedenfalls einen weiteren Schub geben. "Wir sind überglücklich", sagte Mittelstädt, der bei der mitunter hitzigen Partie im Breisgau eine zentrale Rolle innehatte. Freiburgs Merlin Röhl sah nach einem Foul am Stuttgarter Linksverteidiger die Rote Karte (18. Minute). "Die kannst du so geben", sagte SC-Trainer Christian Streich dazu. Später erzielte Mittelstädt per Lupfer dann den Endstand (74.). Eine "herausragende Einzelaktion" und ein "unfassbarer Abschluss" sei das gewesen, meinte VfB-Coach Sebastian Hoeneß.

Hoeneß ist "sehr, sehr stolz" - und plant mit Klassenerhalt

Auch Torjäger Deniz Undav drehte einmal mehr auf, erzielte das 1:0 der Stuttgarter selbst (3.) und bereitete sowohl das 2:0 durch Chris Führich (7.) als auch den dritten Gäste-Treffer durch Mittelstädt vor. In den ersten 17 Bundesliga-Spielen seiner Karriere hat der Stürmer nun schon 13-mal getroffen. Der letzte deutsche Spieler, dem das gelang, war Horst Hrubesch. Dieser stand 1975/76 nach 17 Partien sogar bei 14 Treffern.

Es läuft wieder beim VfB und Undav, der vorige Woche beim 5:2 gegen RB Leipzig sogar einen Dreierpack geschnürt hatte - die zwei Pleiten in den ersten beiden Pflichtspielen 2024 sind vergessen.

"Sehr, sehr stolz" mache ihn der Sieg in Freiburg, sagte Hoeneß. Neue Ziele riefen zumindest der Trainer und der Sportdirektor der Stuttgarter, die ihren Champions-League-Platz in der Fußball-Bundesliga weiter festigten, aber nicht aus. "Wir haben immer davon gesprochen, dass wir frühe Planungssicherheit haben und eine sorgenfreie Saison spielen wollen", erklärte Hoeneß.

"Wir gehen schwer davon aus, dass wir für die erste Liga planen können", fügte er mit Blick auf die nun schon 40 Punkte des VfB hinzu. Kapitän Waldemar Anton ließ sich entlocken, dass man nach Möglichkeit schon ganz gerne international spielen wolle. Sportchef Fabian Wohlgemuth warnte angesprochen auf einen allmählich wahrscheinlicheren Europapokal-Einzug aber auch vor möglichen Rückschlägen durch Negativserien oder Verletzungen.

Freiburg wehrt sich tapfer

Eine davon hatte die Stuttgarter unter der Woche bereits schwer getroffen. Auch durch das vorzeitige Saison-Aus des Verteidigers Dan-Axal Zagadou sei mit der Mannschaft "noch mal etwas passiert", erklärte Wohlgemuth. Die Schwaben wollten auch für den Franzosen gewinnen. Schon beim Aufwärmen trugen sie Jacken mit der Rückennummer und dem Spitznamen des schwer am rechten Knie verletzten 24-Jährigen, nach Undavs Tor hielten sie Zagadous Trikot hoch. Dieser Sieg sei "für Daxo", unterstrich Wohlgemuth.

Der Erfolg der Stuttgarter war verdient. In der ersten Phase nach dem Freiburger Platzverweis hatten sie aber nicht überzeugen können. Statt der Vorentscheidung gab es in einer zerfahrenen Partie den Anschlusstreffer durch Lukas Kübler (45.+11). Auch im zweiten Durchgang wehrte sich der SC in Unterzahl tapfer, ehe Mittelstädt den Deckel drauf machte. "Weiter geht's, alles gut", sagte der Defensivmann angesprochen auf seinen lädierten Fuß. In gewisser Weise galt das aber für die gesamte Stimmungslage bei den in dieser Spielzeit so starken Schwaben.