Nach dem Doppelerfolg zuletzt bekam die SV Böblingen am Samstag in der 2. Hockey-Regionalliga Süd wieder einen Dämpfer verpasst. Der ESV München gewann mit 2:1.
Der dritte Sieg in Folge in der 2. Regionalliga Süd war nur noch wenige Spielminuten entfernt, ehe sich die SV Böblingen noch zwei böse Nackenschläge einhandelte. Und so wurde im Heimspiel gegen den ESV München aus einer lange währenden 1:0-Führung noch eine bittere 1:2-Niederlage. „Wir waren nicht abgezockt genug, so ein Ergebnis über die Zeit zu spielen“, ärgerte sich SVB-Trainer Max Oswald.
In vielen Spielen gibt es Momente, an denen man in der Nachbetrachtung festmachen kann, wann die Duelle gekippt sind. In der Partie gegen den Eisenbahnersportverein aus München war dies die 51. Minute. Gastgeber SVB hatte sich gerade seine dritte Strafecke herausgeholt. Wäre diese Standardsituation zum 2:0 genutzt wurden, hätte es bei nur noch knapper Restspielzeit aller Wahrscheinlichkeit nach zum Sieg gereicht. Der Schlenzball von Kapitän Claudius Müller zischte um Zentimeter neben dem Pfosten des Münchner Kastens vorbei.
Erst 2:0 verpasst, dann 1:1 kassiert
Der Enttäuschung über das knapp verpasste 2:0 folgte innerhalb weniger Sekunden ein noch größerer Frust im Böblinger Lager. Der Gegner nämlich hatte sofort umgeschaltet und gegen die noch nicht wieder gut formierte SVB-Abwehr einen Konter aufgezogen, an dessen Ende Torwart Felix Lampert geschlagen war. „Statt 2:0 steht es plötzlich 1:1. Das war natürlich sehr bitter für uns, auch wie wir dieses Gegentor kassiert haben“, haderte Max Oswald.
Und es sollte noch schlimmer kommen. In der vorletzten Minute liefen die Gastgeber beim Versuch, vorne doch noch den Siegtreffer zu erzwingen, in einen weiteren Münchner Konter, den der ESV erfolgreich zum 1:2 abschloss.
In der ersten Halbzeit hatte noch wenig auf einen Gästesieg hingedeutet. Böblingen bekam das Geschehen von Beginn an gut in den Griff und ging nach acht Minuten verdient in Führung, als Mattis Pohl bei einer Nachschusssituation seinen guten Torriecher unter Beweis stellte – 1:0. „Danach waren wir über längere Phasen leider nicht selbstbewusst genug, um aufs zweite Tor zu gehen“, sah Max Oswald seine Schützlinge eher abwartend.
Defensive wackelt nach Seitenwechsel
Die in der ersten Halbzeit noch weitgehend makellose Defensivleistung wurde nach dem Seitenwechsel wackeliger. Durch zahlreiche Eigenfehler gaben die Böblinger dem bis dahin offensiv harmlosen Gegner immer häufiger Gelegenheit zum Ausgleich. Alleine sechs Strafecken bekam München serviert, konnte jedoch keine einzige davon verwandeln, weil Felix Lampert hervorragende Paraden zeigte.
In der Schlussviertelstunde schien sich die SVB wieder gefangen zu haben. Aber das war nüchtern betrachtet dann doch ein Trugschluss.
SV Böblingen: Lampert, C.Müller, Panagis, Kohlhas, Marsh, Scheufele, Röhm, E.Müller, Schneider, Stefani, Schlichtig, Breutmann, Ortner, Pohl, J.Ancheta, Ulrich, Dyson, Schenk