Der FC Bayern verbreitet in der neuen Saison noch keinen Glanz, siegt aber unter Coach Pep Guardiola (Mitte) weiter. Auf sechs Punkte aus zwei Spielen kommen außerdem auch Leverkusen, Bremen und Mainz. Einen bösen Rückschlag gab es vor dem Europacup-Start für Schalke 04. Foto: dpa

Die Bayern agieren noch ohne Glanz, sind aber weiter erfolgreich. Robin Dutts Heimpremiere in Bremen verlief glücklich. Der HSV und Schalke mussten heftig viele Gegentreffer hinnehmen. BVB übernimmt Tabellenspitze.

Düsseldorf - Hoffenheim und Wolfsburg bärenstark, Pep Guardiolas Starensemble glanzlos, aber an die Spitze setzte sich Borussia Dortmund. Lange mühte sich der Ex-Meister gegen den wackeren Aufsteiger Eintracht Braunschweig am Sonntagabend vor heimischem Publikum vergeblich. Dann bescherte der eingewechselte Jonas Hofmann der Borussia mit seinem Treffer in der 75. Minute zunächst die 1:0-Führung und holte fünf Minuten vor dem Ende noch einen Strafstoß heraus, den Marco Reus (86.) zum 2:0 verwandelte. Kevin Kratz (89.) sorgte für den 1:2-Endstand aus Braunschweiger Sicht. Der neue BVB-Mittelfeldstar Henrich Mchitarjan feierte ein gutes Bundesliga-Debüt. Mit dem zweiten Erfolg übernahm der BVB dank des besten Torverhältnisses am 2. Spieltag die Tabellenführung.

Triple-Gewinner Bayern München sorgt in der neuen Spielzeit schon wieder für Superlative. Das 1:0 durch Mario Mandzukics Treffer bei Eintracht Frankfurt war gleichbedeutend mit dem 27. Spiel in Serie ohne Niederlage - Clubrekord von 1989 eingestellt! Fast-Absteiger Hoffenheim düpierte Gastgeber Hamburg mit 5:1, Wolfsburg fertigte hoch ambitionierte Schalker mit 4:0 ab.

Erst in der vorletzten Spielminute rettete Hiroshi Kiyotake dem 1. FC Nürnberg mit einem direkt verwandelten Freistoß zum 2:2 (1:0)-Ausgleich gegen Hertha BSC einen Punkt. Zuvor hatten Josip Drmic (40.) für den Club sowie Sami Allagui (61.) und Ronny mit einem umstrittenen Foulelfmeter (78.) für den Aufsteiger getroffen.

Vor dem ersten Akt des Millionen-Playoffspiels um die Champions-League-Teilnahme gegen PAOK Saloniki mit dem Gelsenkirchener „Jahrhundertcoach“ Huub Stevens machte sich „auf Schalke“ ein früher Hauch von Krisenstimmung breit. „Wir müssen Ruhe bewahren, die Fehler knallhart analysieren und möglichst abstellen“, lautete der Rat von Manager Horst Heldt. Er und Trainer Jens Keller mussten am Sonntag zudem noch die schlechte Nachricht verkraften, dass Torjäger Klaas-Jan Huntelaar wegen einen Innenbandrisses im Knie wochenlang ausfällt.

In Hamburg sprach HSV-Keeper René Adler nach der Klatsche gegen Hoffenheim Klartext: „Das war absolut katastrophal“ und „eine Demontage“. Für 1899-Trainer Markus Gisdol war das 5:1 ein willkommenes Geschenk zum 44. Geburtstag. Acht Gegentore für den HSV, schon sieben für Schalke und Frankfurt: Das ist unter der Rubrik „verkorkst“ einzuordnen. Völlig konträr stellt sich andernorts die Lage dar: Werder Bremen (1:0 gegen den FC Augsburg), Mainz 05 (2:1 beim SC Freiburg) und Leverkusen (1:0 beim VfB Stuttgart) gelang jeweils der zweite Sieg. Für Bayer war der dreifache Punktgewinn durch das Eigentor des ehemaligen Leverkuseners Daniel Schwaab saisonübergreifend der siebte Dreier nacheinander.

Die Bayern scheinen auch in der 51. Spielzeit das Maß aller Dinge zu sein

Die Bayern scheinen auch in der 51. Spielzeit das Maß aller Dinge zu sein. Spielerischen Glanz aber verbreiten sie bislang nicht. Trotzdem äußerte sich Guardiola „glücklich und zu einhundert Prozent zufrieden“. Dabei hatte der Rekordchampion Glück, dass den Hessen eine Woche nach dem 1:6 bei Aufsteiger Hertha BSC ein Treffer von Alexander Meier kurz vor der Pause nicht zuerkannt wurde und Schiedsrichter Peter Gagelmann kurz vor dem Ende nicht auf Elfmeter für die Eintracht entschied.

„Ich bin voll im Lauf und bekomme einen Schubs von hinten. Da kann man nicht mehr stehen bleiben“, schilderte Meier die Szene unter Beteiligung von Bayern-Verteidiger Jerome Boateng. Für Eintracht-Trainer Armin Veh war es eindeutig: „Ein klarer Elfmeter.“ Der Pfiff blieb aus, Frankfurt ist wie Augsburg, Freiburg und Stuttgart noch ohne Punktgewinn.

Mit dem neuen Chefcoach Robin Dutt glückte Werder der erhoffte Sechs-Zähler-Start. Nach der schlimmen Rückrunde 2012/13 machte Mehmet Ekici am Bremer Thomas-Schaaf-Gedächtnistag den glücklichen Erfolg gegen Augsburg perfekt. Dutt will dennoch sachlich bleiben und hielt fest: „Was wichtig ist, das ist, dass die Mannschaft verinnerlicht hat, dass wir eine sehr schwere Saison haben.“

Die Neuzugänge Maximilian Kruse und Christoph Kramer sowie Filip Daems bescherten Mönchengladbach gegen Hannover den ersten Saisonerfolg (3:0). In Wolfsburg stellte sich der erwünschte Effekt nach dem Transfer von Luiz Gustavo sofort ein. Im ersten Spiel mit dem erst am Vortag verpflichteten Bayern-Star gelang den Niedersachsen gegen Schalke der erste Dreier.

„Dieser Sieg ist ein Zeichen. Wir wollen nach oben. Da sind Bayern und Dortmund. Die müssen wissen, Wolfsburg ist auch da“, fügte Luiz Gustavo selbstbewusst an. Kurz vor dem Playoff gegen Saloniki verlor Schalke nicht nur die Punkte, sondern auch Torjäger Klaas-Jan Huntelaar durch Verletzung.

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