Die Zuschauer tragen noch dicke Jacken – und die SSVE-Männer machen im Freibad den Finaleinzug klar. Foto: Michael Treutner

Die Wasserballer des SSV Esslingen setzen sich im Zweitliga-Halbfinale gegen den Düsseldorfer SC durch. Beim 17:12-Sieg im Rückspiel zeigen sie eine konzentrierte Mannschaftsleistung.

Bundesliga? Was vor einigen Wochen noch in weiter Ferne und auch keinen Gedanken wert war, ist für die Wasserballer des SSV Esslingen nun plötzlich sehr nah. Durch den überraschenden Sieg im Halbfinal-Duell der 2. Bundesliga gegen den Düsseldorfer SC stehen die Esslinger im Finale gegen den SV Krefeld. Der Sieger steigt direkt auf, der Verlierer hat eine weitere Chance in der Relegation. Und Vorstandsmitglied Ulrich Spiegel sowie der neue Leistungssportchef Miklos Barothy sagen: „Warum nicht?“ Nach der knappen 16:18-Niederlage im Halbfinal-Hinspiel zeigten die Esslinger im Rückspiel zur Freibaderöffnung gegen die Düsseldorfer eine überaus konzentrierte Leistung und setzten sich verdient mit 17:12 (4:1, 3:4, 4:2, 6:5) durch.

 

Der als Torschütze und Taktgeber überragende Benedek Szöke erörterte das Erlebte erst einmal mit seinen ungarischen Landsleuten im gegnerischen Team. „Wir haben gut als Mannschaft gespielt, wir hatten Feuer“, sagte er dann und strahlte. Trainer Michel Denneler derweil ruhte sichtbar in sich. „Das haben sich die Jungs verdient“, sagte er und freute sich, dass sein Matchplan aufgegangen war: „Wir wollten dominant spielen und während der gesamten Zeit die Kontrolle haben.“

Die Esslinger waren nach einer insgesamt durchwachsenen Saison auf den Punkt da. Sie glaubten ganz offensichtlich an das, was sie taten, behielten nach vergebenen Chancen die Ruhe und spielten als Mannschaft gut zusammen. Früh gingen sie so mit 4:1 in Führung. Aber es blieb spannend.

Düsseldorfer SC bleibt dran

Da im Wasserball im Gegensatz zu anderen Sportarten bei gleichem Tore-Abstand in Hin- und Rückspiel nicht die mehr erzielten Treffer zählen, pendelte das Ergebnis ständig zwischen Esslinger Erfolg und Fünfmeter-Werfen. Denn die Düsseldorfer ließen sich bis kurz vor Schluss nicht abschütteln. „Wir haben es aber nie geschafft, ganz heranzukommen, wir waren im Kopf nicht richtig da“, bemängelte SC-Coach Gabor Bujka und trauerte noch dem Hinspiel nach, „das wir mit fünf oder sechs Toren Abstand hätten gewinnen müssen“ – gegen personell dezimierte Esslinger dazu. Zudem sei „das Wasser Gift für uns“ gewesen, sagte Bujka. Denn die Düsseldorfer hatten zuvor nicht unter freiem Himmel trainiert. In entscheidenden Phasen war aber auch SSVE-Keeper Adrian Hausmann zu Stelle, der das Duell mit seinem Gegenüber Konstantinos Koch klar für sich entschied.

Neue Aufgabe für Miklos Barothy beim SSV Esslingen

Am Beckenrand fieberte auch Barothy mit. Im Dezember war der frühere Esslinger Bundesligaspieler als Trainer der Mannschaft zurückgetreten, mittlerweile hat er von Hannes Glaser den Posten des Fachwarts Leistungssport beim SSVE übernommen. „Die Bundesligateams wieder aus dem eigenen Nachwuchs aufbauen“, nennt er als sein Hauptziel – und weiß, dass sich das nicht von dem seiner Vorgänger unterscheidet. Bei den Esslinger Bundesliga-Frauen, für die Barothy ebenfalls zuständig ist, klappt das zurzeit besser als bei den Männern.

Die Planungen für die nächste Saison gehen bald in die entscheidende Phase. Und da bereitet den Esslingern nun das Thema möglicher Aufstieg in die Bundesliga eine anspruchsvolle Denksportaufgabe. „Wir hatten uns damit noch nicht befasst“, sagte Düsseldorfs Coach Bujka, obwohl sein Team die Hauptrunde als Erster abgeschlossen hatte, „das Problem haben wir jetzt nicht mehr. Ich wünsche den Esslingern alles Gute.“

Finale gegen SV Krefeld

Die treten zum Final-Hinspiel am nächsten Samstag – die genaue Zeit steht noch nicht fest – im eigenen Bad gegen die Krefelder an, die sich in ihrem Halbfinal-Duell klar gegen den SVV Plauen durchgesetzt hatten. Mit dem Thema Bundesliga müssen sie sich jetzt bei beiden Team befassen.

SSV Esslingen:  Hausmann, Bobrovskyi; Szöke (5), Friedrich, Finkes (3), Dzaja (1), Petikis (2), Robin Rehm (4), Simon Rehm, Keresztes (2), Papadopoulos, Nèmeth, Seifert, Mokos.

Düsseldorfer SC: Koch; Bodoróczki, Básity (3), Schleicher (1), Pavljak (2), van Kaathoven (1), Kirschner (1), Salk (1), Tscherenw, Daniels (1), Petrov, Szabó (2).

Schiedsrichter: Dominik Müller / Lukas Möller.

Zuschauer: 250.

Beste Spieler: Szöke, Hausmann / Szabó.