Die neue Konrektorin Melanie Diehm am Schreibtisch in ihrem Büro. Die 33-Jährige hat viel zu tun, doch gerade die Organisation macht ihr Spaß. Foto: factum/Bach

Melanie Diehm ist mit 33 Jahren schon Konrektorin an der Friedrich-Schiller-Schule. Außerdem ist sie als Präventionsbeauftragte tätig, organisiert die Stundenpläne und arbeitet im Ministerium an der landesweiten Bildungsplan-Reform mit.

Renningen – Groß ist ihr Büro wirklich nicht. Doch Melanie Diehm hat es sich gemütlich eingerichtet. Hier und da ein paar Farbkleckse. Auch eine Couch steht drin, falls die Kollegen mal das Gespräch suchen. Das ist der 33-Jährigen wichtig. „Meine Tür ist immer auf, jeder kann vorbeikommen“, erklärt die sympathische junge Frau. Abschreckend ist allerdings die riesige Magnetwand mit den vielen Unterrichts- und Raumbelegungsplänen, die direkt über ihrem Schreibtisch hängt. Doch die neue Konrektorin der Friedrich-Schiller-Schule nimmt’s gelassen, sie hat den Überblick. „Organisieren kann ich ganz gut“, sagt sie und grinst.

Und das kommt ihr gerade jetzt am Anfang zupass. Denn die 33-Jährige hat viel zu tun. Als Stellvertreterin von Rektor Gerhard Kicherer ist für die Planungen zuständig, teilt Lehrer und Stunden ein, bereitet Konferenzen vor und übernimmt Vertretungsstunden, wenn mal ein Kollege ausfällt. Ein Teil der Schulleitung zu sein ist für Melanie Diehm eine ganz neue Erfahrung. In Schwäbisch Gmünd hat sie Grund- und Hauptschullehramt mit der Fächerkombination Mathe/Sport studiert. In den vergangenen Jahren hat sie an der Berkenschule in Holzgerlingen unterrichtet. „Und das hat mir viel Spaß gemacht“, erzählt Melanie Diehm. Dass sie schon mit Anfang 30 eine Leitungsfunktion übernehmen würde, hätte sie selbst nicht gedacht. „Das hat sich so ergeben“, sagt sie und lacht. „Das war gar nicht mein Plan.“

Sucht- und Gewaltprävention sind ihr Steckenpferd

Dass sie mal als Präventionsbeauftragte arbeiten würde hingegen schon. Wurde ihr das doch fast in die Wiege gelegt, ihr Vater Wolfgang Diehm ist Präventionsbeauftragter beim Polizeirevier Leonberg. Die junge Lehrerin machte die entsprechende Ausbildung, Sucht- und Gewaltprävention und auch die Gesundheitsförderung wurden ihr Steckenpferd. „Das war der erste Schritt raus aus dem Schulalltag “, erzählt sie.

Seither gibt Melanie Diehm in Sindelfingen und Böblingen Fortbildungen. Sie berät Schulleiter und Kollegen, gibt Tipps im Umgang mit dem immer wichtiger werdenden Thema Prävention und wie sie an ihrer Schule ein entsprechendes Konzept erstellen. Klingt recht theoretisch. Doch vor allem die Gesundheitsförderung findet im Alltag eines jeden Menschen Anwendung. Was braucht man, um glücklich und zufrieden zu sein? Wie kann man Selbstvertrauen und Selbstwertgefühl stärken? Als Lehrer sind Melanie Diehm und ihre Kollegen oft mit solchen Fragen konfrontiert, die Schüler brauchen dabei oft Unterstützung. „Jeder hat mal eine Krise, die eigenen Tanks sind leer und dann darf es einem auch schlecht gehen“, erzählt Diehm. Doch dann muss man schauen, wie man seine Tanks wieder auffüllen kann. Die Präventionsbeauftragte kennt viele Tipps und Tricks, und genau die gibt sie weiter.

Derzeit hat die 33-jährige Rutesheimerin noch einen weiteren Job. Seit gut einem Jahr arbeitet sie im Kultusministerium an der aktuellen Bildungsplan-Reform des Kultusministeriums mit. Sie kümmert sich um Anregungen und Kritiken, die von außen kommen, sorgt dafür, dass sie an den richtigen Stellen landen. Die Arbeit auf der bildungspolitischen Ebene macht ihr viel Spaß. „Auch das hat sich so ergeben“, erklärt Melanie Diehm, eine Bekannte habe sie darauf gestoßen.

Melanie Diehm scheut keine Herausforderung

Die 33-Jährige ist ein Macher-Typ. Wenn sie etwas spannend findet, probiert sie es aus. So wie das mit der Konrektoren-Stelle an der Friedrich-Schiller-Schule. Ein Kollege aus dem Kultusministerium hatte ihr geraten, sich einfach mal zu bewerben. Sie schlief ein paar Nächte drüber – und schickte ihre Bewerbung ans Schulamt. Die Zusage kam am Ende der Sommerferien. Im September hat sie ihr Büro bezogen und fühlt sich sichtlich wohl. Noch ist vieles neu. Doch Melanie Diehm hat keine Angst vor der Herausforderung. „Ich probiere das aus“, sagt sie selbstbewusst. „Und wenn es nicht funktioniert, dann eben nicht.“

Lehrerin war übrigens nicht immer ihr Traumjob. Architektin wollte die Rutesheimerin, die gerne mal ein paar Runden mit ihrer Hündin dreht, werden. Die Kreativität und das mathematische Verständnis hatte sie. Als es aufs Abi zuging, Melanie Diehm besuchte das JKG in Leonberg, brauchten ein paar Mitschüler Nachhilfe in Mathe. „Da hab’ ich kurzerhand einen Vorbereitungskurs organisiert und wir haben das ganze Buch durchgepaukt.“ Das war der Startschuss für die Lehrerkarriere. Melanie Diehm ist zufrieden, die Arbeit macht ihr Spaß: „Und darauf kommt es an.“

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