Der Kompass am Wrack der "SS Gairsoppa" leuchtet im Scheinwerferlicht des Mini-U-Boots der US-Schatzsucherfirma Odyssey Marine Exploration. Foto: dpa

In einem Wrack vor Irland könnten 200 Tonnen Silber im Wert von bis zu 170 Millionen Euro liegen.

London - Die Bergung eines Silberschatzes aus einem Schiffswrack vor der irischen Küste soll schon im Frühjahr beginnen. Dies teilte die US-Schatzsucherfirma Odyssey Marine Exploration mit.

Am Montag war bekanntgeworden, dass in dem Wrack des britischen Handelsschiffes "Gairsoppa" rund 200 Tonnen Silber im Wert von schätzungsweise bis zu 170 Millionen Euro liegen könnten. Das geht aus alten Dokumenten hervor.

Wrack liegt in 4700 Meter Tiefe

Während des Zweiten Weltkrieges hatte ein deutsches U-Boot das Schiff im Februar 1941 versenkt. Nur ein Mitglied der 85-köpfigen Mannschaft überlebte. Es hatte auf dem Weg von Indien nach Großbritannien Irland ansteuern müssen, weil der Treibstoff knapp wurde. Die Firma fand das Wrack bereits im Sommer mit Hilfe von Sonartechnik in 4700 Meter Tiefe.

"Einige Leute mögen sich über die potenzielle Komplexität einer Bergung aus solcher Tiefe wundern, aber wir haben bereits eine ausführliche Analyse der besten Werkzeuge und Techniken, um diese Operation auszuführen, unternommen und sind sehr zuversichtlich", sagte Odyssey-Chef Greg Stemm. Auf den von Robotern gemachten Bildern war von dem Silberschatz zwar bislang nichts zu sehen. Allerdings konnten Teekisten erkannt werden, die ebenfalls auf der Liste der Fracht der "Gairsoppa" standen.

Firma stehen 80 Prozent des Silberfundes zu

Anders als bei einem anderen Schiffsfund vor Spanien steht dem US-Unternehmen diesmal wohl kein Streit um die Eigentumsansprüche an dem Schatz bevor. Im Rahmen eines Vertrags mit dem britischen Verkehrsministerium stehen der Firma 80 Prozent des Silberfundes zu.

Odyssey ist mit den spanischen Behörden in einen Rechtsstreit verstrickt, bei dem es um den Fund von Münzen und Gold im Wert von 350 Millionen Euro geht. Die Firma beansprucht den Schatz aus dem Wrack für sich, Spanien sieht ihn jedoch als Besitz des Landes an.

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