Der 17-jährige Buchautor Felix Heck ist Torwart beim Schwimmverein Cannstatt. Foto: Benjamin Lau

Warum die Stuttgarter ihre Stadt lieben? Der 17-jährige Felix Heck hat es aufgeschrieben. Sein erstes Buch trägt den Titel „Wir sind Stuttgart“. Befragt hat er Promis wie Mathias Richling und Thomas Hitzlsperger.

Stuttgart - Er ist Wasserball-Torwart beim Schwimmverein Bad Cannstatt und schaut über den Beckenrand hinaus. Gerade mal 14 Jahre alt war Felix Heck, als er damit begann, prominente Stuttgarterinnen und Stuttgarter zu besuchen und sie zu fragen, warum sie so gern in ihrer Stadt leben. Inzwischen ist der Cannstatter Schüler 17 Jahre alt und hat nun die Ergebnisse seiner Recherche im Selbstverlag veröffentlicht. In seinem Buch „Wir sind Stuttgart“ porträtiert er 24 Gesichter der Stadt.

Vom Kabarettisten Mathias Richling bis zum katholischen Stadtdekan Christian Hermes, vom Sternekoch Frank Oehler bis zum VfB-Funktionär Thomas Hitzlsperger – sie alle nahmen sich Zeit für den Jungautor und waren wohl sehr beeindruckt, dass ein Schüler in diesem Alter ein so ehrgeiziges Buchprojekt verfolgt. Ein Fazit von Felix Hecks Interviewreise ist, dass die Klischees über Menschen oft gar nicht stimmen. Schwaben seien nicht so „bilderbuchartig kauzig“, wie man im Rest der Republik vielfach meint. „Was die Schwaben ins Herz geschlossen haben, lassen sie so schnell nicht mehr los“, ist in seinem Buch zu lesen.

„Stuttgart ist wie ein Riesenrad“

„Der Schwabe ist inzwischen globalisiert“, erklärt Kabarettist Richling. So sieht es auch die Schauspielerin Monika Hirschle. „Wir sind echt multikulti hier“, sagt sie. Ein Wandel vollziehe sie auch auf den Bühnen, wo schwäbische Stücke immer beliebter werden. „Zum Glück sind wir im Mundarttheater weg von diesem Kehrwochweible-Image“, wird Monika Hirschle in „Wir sind Stuttgart“ zitiert. Das Klischees, dass Schwaben vor allem eigenbrötlerisch, geizig und maulfaul seien, werde durch neue, ebenfalls typisch schwäbische Charaktere widerlegt, meint der Publikumsliebling der Marquardt-Komödie.

Ein schöner Vergleich stammt von Marcus Christen, der als Cheforganisator von in.Stuttgart für alle Großereignisse zwischen Wasen und Marktplatz verantwortlich ist. „Stuttgart ist wie ein Riesenrad“, stellt er fest. Dieses Bild spiegle die Topografie der Stadt gut wider. „Im Riesenrad dauert es bis nach oben“, so Christen, „wie eben in der Stadt mit den ganzen Straßen und Staus.“ Aber wenn man ganz oben auf dem Kesselrand angekommen sei, habe man eine tolle Sicht auf die Stadt.

Liebevoll beschreibt Felix Heck 24 Menschen, die ihre Stadt lieben. Sein Buch widmet er „Opa Fritz und Oma Rita“, die ihm „Spaß am Entdecken“ beigebracht hätten. In Stuttgart gibt es viel zu entdecken. Und das weit verbreitete Selbstbewusstsein der Stadt macht Spaß beim Lesen.

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