Bauchlandung für den VfB (Rani Khedira/re., gegen Hoffenheims Andreas Beck) Foto: dpa

2011 hat es intensivster Anstrengungen bedurft, um den Abstieg zu verhindern. Jetzt ist die Saison weiter fortgeschritten als damals, nichts wirkt: Die Lage beim VfB Stuttgart ist noch prekärer als 2011.

Stuttgart - Der Patient lebt noch. Das ist die gute Nachricht. Welche Therapie – und ob überhaupt eine – anschlägt, ist freilich fraglich. Das ist bedenklich. Genauso wie die Tatsache, dass im Krisenjahr 2010/11 die Rettungsversuche mit dem neuen Trainer Bruno Labbadia schon im Dezember einsetzten.

Jetzt ist Februar, und die Strategen vom Cannstatter Wasen haben schon alles Mögliche angestellt, um den freien Fall aufzuhalten: intensive Trainingsarbeit, Alt für Jung auf dem Platz, Aussprache ohne Trainer, Weckrufe, Beschwörungen – alles vergebens. Das 1:4 gegen Hoffenheim war ein ähnliches Desaster wie das 1:4 gegen Augsburg in der Woche davor.

„Jetzt gilt es, die Mannschaft zu reanimieren“, sagt Trainer Thomas Schneider und macht ein ratloses Gesicht. Da hebt er sich kaum von seinen Mitstreitern ab. „Jetzt geht es ums Überleben“, sagt Sportdirektor Fredi Bobic. Martin Harnik fasst den Ernst der Lage, einen Punkt vor dem Relegations- und drei Punkte vor einem Abstiegsplatz, so zusammen: „Die Nerven liegen blank. Aber Panik bringt jetzt nichts.“

Was aber bringt überhaupt noch etwas? Spieler kaltstellen? Den Trainer rauswerfen? Den Torhüter Sven Ulreich in den Angriff und den Stürmer Cacau ins Tor stellen? Bitte bloß nicht noch mehr Turbulenzen! Es reicht ja schon, dass sich Harnik und Georg Niedermeier vor einer Woche auf der Tribüne und am Samstag auf dem Platz wiederfanden, Niedermeier sogar geadelt als Kapitän. Das wirkt arg willkürlich. Dazu kommt die mäßige Qualität des Kaders, seine mangelnde Homogenität und die geringen Alternativen, die er zulässt. Jetzt reagiert der VfB mit den wenigen Mitteln, die ihm bleiben.

So hat sich bereits beim Training am Sonntag der Ton verschärft. Statt des üblichen Auslaufens gab es eine Extra-Laufeinheit. Ansonsten ist der VfB bemüht, Ruhe ins Team zu bringen. Fredi Bobic stärkt Trainer Thomas Schneider den Rücken und versichert: "Der Trainer steht nicht zur Disposition."

Dennoch wird dieser zum nächsten Heimspiel die Taktik überdenken müssen. Ein möglicher Lichtblick: Christian Gentner kehrt nach seinem Muskelfaserriss zurück ins Team.

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